Dr. werden ist nicht schwer...
Egomonster
Freitag, 30. November 2012
Über den Sinn und Unsinn von CTAs hatte ich bereits in einem
früheren Beitrag Stellung bezogen. Mein damals gefälltes Urteil hat sich im
Verlauf gefestigt. Mittlerweile sehe ich die eigentlich zur Zuarbeit gedachten
Kollegen – bei aller persönlicher Sympathie – als hinderlich an. Etwas
überspitzt zusammengefasst, ist es nämlich so, dass die CTAs im OP stehen, während ich auf Station Sozialdienstantragsformulare ausfülle. Auch die vermeintliche Entlastung entpuppt sich zunehmend als Belastung, da verteilte
Aufgaben in der Regel noch Erinnerungsanrufe nach sich ziehen.
Seit geraumer Zeit war die Einstellung eines neuen Kollegen
im Gespräch. Da die Fallzahlen diese nicht hergeben, hat unser Chef scheinbar einen
Deal mit der Geschäftsleitung gemacht: die CTAs gehen, ein neuer Arzt kommt.
Ich erfuhr davon, als die CTAs total aufgelöst vom Gespräch über Ihre Kündigung
im Arztbüro erschienen. Überrascht war ich darüber nicht, dafür kannte ich das
Haus mittlerweile gut genug. Was ich jedoch nicht erwartet hatte, war meine
Reaktion: ich freute mich. Natürlich nicht offensichtlich, schließlich war ich
eigentlich gut mit ihnen ausgekommen. Es tat mir persönlich auch leid für sie.
Aber innerlich war ich dennoch geradezu erleichtert und dachte mir nur: „Endlich!“
Hätte nicht für möglich gehalten, dass er so kalt sein kann,
Euer Anton Pulmonalis
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