Es
vergeht kein Tag an dem im Gesundheitsbereich nicht von der Umstellung auf eine
qualitätsorientierte medizinische Versorgung gesprochen wird. Einer der Hauptantriebsfaktoren ist hierbei der Wunsch, die massive Kostensteigerung im US-Gesundheitsbereich einzuschränken: Während im Jahr 1980 knapp 9% des Bruttoinlandsproduktes für Gesundheitsleistungen ausgegeben wurden, lag dieser Wert im Jahr 2009 bei 17,4% (Roehr B: “Rise in US spending on healthcare in 2009 was twice that in UK”, BMJ 344: e3274, http://www.bmj.com/content/344/bmj.e3274?view=long&pmid=22573654).
Als Folge dieser Entwicklung soll das
Gesundheitssystem nun effizienter und damit kostenbewusster werden. Eine der
vielen Veränderungen, die durch das „Bezahlbare Krankenversicherungsgesetz” (BKG) implentiert wurden, ist die Einführung von Qualitätskriterien, nach denen Krankenhäuser sanktioniert werden sollen, wenn sie zu den schlechteren in den USA gehören.
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Seit
2012 erhält nun jeder Patient einen HCAHPS-Fragenbogen mit 27 Fragen zugesandt.
(Für einen Probefragebogen auf
englisch siehe http://www.hcahpsonline.org/Files/1HCAHPS%20V7%200%20Appendix%20A%20-%20HCAHPS%20STANDARD%20Mail%20Survey%20Materials%20(English)%20March%202012.pdf). Dieser enthält neben Fragen zum Geschlecht,
Gesundheits- und Ausbildungsstand, zur Ethnie und Muttersprache des Patienten 22
Fragen, die den Krankenhausaufenthalt betreffen: Fragen zur Kommunikation zwischen dem Patienten und dem Pflege- und Arztpersonal, der Sauberkeit des Krankenhauses, der Qualität des Pflegepersonals und des ärztlichen Personals, sowie der Behandlung im allgemeinen.
Mehrere der Fragen sollen der Verständnis
halber wiedergeben werden. Dabei sind die von der Regierung gemachten
Unterstreichungen bei der Übersetzung beibehalten worden:
Frage 2: Wie oft hat das Pflegepersonal während Ihres Krankenhausaufenthaltes genau
zugehört?
Frage 4: Wie oft haben Sie nach Drücken der
Pflegeklingel Hilfe bekommen, als Sie sie brauchten?
Frage 7: Wie oft haben Ihnen Ärzte Sachverhalte
so erklärt, dass Sie sie verstanden haben?
Frage 8: Wie oft waren
das Bade- und Patientenzimmer sauber während Ihres Krankenhausaufenthaltes?
Frage 13: Wie oft war Ihre
Schmerzbehandlung sehr gut eingestellt?
Frage 17: Ehe Sie neue
Medikation erhielten, wie oft wurden Ihnen potenzielle Nebenwirkungen
erläutert?
Frage 20: Haben Sie
schriftliche Informationen über Warnsymptome erhalten, auf die Sie nach Ihrer Entlassungnach Ihrer Entlassung zu achten haben?
Aus allen Antworten wird eine
sogenannte HCAHPS-Punktzahl errechnet (maximal 80 Punkte), und diese trägt zu
einem maβgeblichen Teil zur Bewertung des Krankenhauses bei. Mit diesen Punkten
werden die Krankenhäuser dann national eingestuft. Liegt ein Krankenhaus im unteren Fünftel in diesen
Ranglisten, werden alle Zahlungen seitens der staatlichen Krankenversicherungen
im Jahr 2013 um 1%, im Jahr 2014 um 1,25%, im Jahr 2015 um 1,5%, im Jahr 2016
um 1,75% und bis 2017 um 2% gekürzt. Dadurch erhofft sich die US-Bundesregierung eine deutliche Senkung der
Gesundheitskosten und eine Qualitätssteigerung.
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Vom Arztdasein in Amerika
Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Petrulus über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.
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