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Gesundheit

Dr. Google spürt Arneimittelwechselwirkungen auf

Donnerstag, 7. März 2013

Bislang sind die Arzneimittelagenturen auf die Spontanmeldungen von Ärzten angewiesen, um unerwünschte Arzneimittelwirkungen zu erkennen. Eine weitere Quelle könnten die Log-Daten der Suchmaschinen sein, die festhalten, nach welchen Stichworten die Anwender im Internet suchen. Auffällig häufige Kombinationen von Medikamenten und Symptomen können hier auf eine bisher unbekannte Nebenwirkung hinweisen.

Dies gilt insbesondere für das weite Feld der Arzneimittelwechselwirkungen, die oft übersehen werden. Das Team um Nicholas Tatonetti von der Columbia University in New York kann jetzt zeigen, dass US-amerikanische PC-User, die bei Google oder anderen Suchmaschinen die Namen von Medikamenten mit den Wirkstoffen Pravastatin und Paroxetin eingeben, überdurchschnittlich häufig auch nach Informa­tionen zu Symptomen der Hyperglykämie suchen. Die gemeinsamen Anfragen waren zweimal so häufig wie zu den einzelnen Medikamenten und Symptomen der Hyperglykämie. Die Analyse wurde
an den Daten aus dem Jahr 2010 durchgeführt, als diese Interaktion noch nicht bekannt war.

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Tatonetti war 2011 auf die Wechselwirkung gestoßen, als er mit seinen Algorithmen die AERS-Datenbank der FDA durchstöberte, die Meldungen zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen speichert. Inzwischen hat er auch in den elektronischen Krankenakten der Stanford Universität Hinweise gefunden. Die Analyse der Log-Daten, die Microsoft zur Verfügung gestellt hatte, erwies sich als sehr einfache und kostengünstige Methode, meint Tatonetti, der zur Validierung bei weiteren 31 Wirkstoffen nach einer bekannten hyperglykämischen Nebenwirkung suchte. Seine Software erkannte den Zusammenhang in 81 Prozent der Fälle.

Die FDA tut sich übrigens schwer mit derartigen Analysen. Die Behörde hat zwar eine Überprüfung zu der möglichen Interaktion zwischen Paroxetin und Pravastatin eingeleitet, sie ist aber bis heute nicht abgeschlossen. Die Fachinformationen weisen derzeit nicht auf eine Interaktion hin. Für beide Wirkstoffe ist jedoch eine blutzuckersteigernde Wirkung bekannt. Es ist deshalb zu klären, ob es sich um eine echte Interaktion oder um eine additive Wirkung handelt.

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