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Ökonomen: Geld könnte HIV aufhalten

Donnerstag, 4. April 2013

In Hoch-Risiko-Gruppen wie männlichen Prostituierten lässt sich die HIV-Epidemie nicht durch gute Ratschläge oder die freie Ausgabe von Kondomen eindämmen. Effektiver könnte jedoch das konkrete Angebot von Geldzahlungen sein. Die Prostituierten würden sie als Gegenleistung für die Teilnahme an Präventionsmaßnahmen und Kontrolluntersuchungen erhalten. Da viele Sexarbeiter unter Geldsorgen leiden, könnten bereits kleine Geldbeträge ausreichen, wie ein Team von US-Forschern in einer Untersuchung in den Rotlicht-Vierteln von Mexico City herausgefunden hat.   

Die männlichen Prostituierten, die dort Sex mit Männern anbieten, erklärten sich für 288 US-Dollar im Jahr bereit, bei ihren Freiern auf die Benutzung von Kondomen zu bestehen und sich monatlich untersuchen zu lassen. Männer, die Sex mit Frauen anboten, waren in den Interviews, die Omar Galárraga von der Brown Universität in Providence/Rhode Island durchführen ließen, schon für 156 US-Dollar zur Prävention bereit.

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Natürlich kann niemand sagen, ob die Befragten ihr Versprechen auch einhalten. Da die Geldzahlungen jedoch an den Erfolg gekoppelt sind, lassen sich Mitnahme-Effekte vielleicht vermeiden. Für das mexikanische Gesundheitsweisen könnten die „Cash-Zahlungen“ eine ökonomisch sinnvolle Investition sein, da die Behandlung eines einzelnen Patienten bis zu 7.000 US-Dollar im Jahr verschlingt.

Ob ökonomische Anreize auch in den USA erfolgreich wären, lässt sich laut Galárraga schwer vorhersagen. Man müsse befürchten, dass die Sexarbeiter nicht einmal zu einem Interview bereit wären, da die Prostitution in den USA im Gegensatz zu Mexiko verboten ist. Vermutlich würden sich die Prostituierten in den USA auch nicht mit 288 US-Dollar zufrieden geben. Laut Galárraga könnten die Anreize dennoch kosteneffektiv sein, da die Therapie von HIV-Infizierten in den USA um eine mehrfaches teurer ist als in Mexiko.

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