Gesundheit
Wiegenlieder senken Atem- und Herzfrequenz bei Frühgeborenen
Mittwoch, 17. April 2013
Mit Musik geht vieles leichter, auch auf neonatologischen
Intensivstationen. Auf Frühgeborene, die normalerweise nur dem Piepen von
Monitoren, dem Rauschen von Ventilatoren und dem Geflüster des Personals
ausgesetzt sind, wirkt Musik beruhigend, wie ein Studie des Louis Armstrong
Center for Music & Medicine in New York zeigt. 272 Frühgeborene
auf 11 neonatologischen Intensivstationen wurden während des Fütterns mit
Live-Musik unterhalten. Zum Einsatz kamen eine Schlitztrommel (Gato box), eine Meerestrommel (ocean disc) oder der
Gesang der Mutter.
Auf Rat der Musiktherapeutin Joanne Loewy sollte die Musik
auf die Herz- und Atemfrequenz der Kinder abgestimmt sein. Loewy musste vor
allem dann intervenieren, wenn die Mütter keine Wiegenlieder kannten, und es
statt dessen mit Popsongs probierten. Sobald aber Rhythmus und Tempo auf die
Frühgeborenen eingestellt waren, erzielten auch moderne „Lullabys“ die beste
Wirkung von allen drei Musikarten, auch wenn sich die beiden Trommeln besser
auf Herz- und Atemfrequenz einstellen ließen.
Nicht nur die Säuglinge wurden
beruhigt und das Saugverhalten beim Füttern besserte sich. Auch die Mütter und
Väter waren entspannter und konnten sich besser auf ihre Kinder einstellen, was
in der Hektik der Intensivstation nicht immer möglich ist. Von Musik aus der
Konserve rät Loewy übrigens ab.
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