Vom Arztdasein in Amerika
168 Stunden gearbeitet
Donnerstag, 25. April 2013
Es ist nun vollbracht:
Ich habe 168 Stunden am Stück gearbeitet, wie ich es in einem vorherigen
Blogtext dargestellt hatte. Ich bin überrascht, dass es machbar ist und mir in
gewisser Hinsicht sogar Freude gemacht hat. Natürlich musste ich meinen
Tagesrhythmus prinzipiell um die Arbeit herum aufbauen, habe mir keine alkoholischen
Getränke erlaubt, habe bei Anrufen und Einsätzen während der Nacht tagsüber
kurze Mittagsschläfchen kompensatorisch gehalten, habe meinen Piepser beim
Sport und selbst beim Fliegen mitgenommen, einmal sogar auf der Landebahn einen
Anruf beantwortend.
Auch meine
kardiologischen, nephrologischen, chirurgischen und orthopädischen Kollegen
waren rund um die Uhr erreichbar und gönnten sich nur jedes zweite Wochenende eine
Vertretung aus einer anderen Floridakleinstadt, um dann diese Kleinstadt an den
anderen Wochenenden ebenfalls abzudecken.
Es ist ein altmodisches
Modell, bei dem der Arzt im wörtlichen
Sinne rund um die Uhr und mit Leib und Seele für die Arbeit und seine Patienten
verantwortlich ist. Ich kannte jeden Patienten, nahm jeden selber auf, war
Hauptansprechpartner bei jeder medizinischen und logistischen Frage und wusste
morgens welche Notfälle nachts eingetreten waren – einfach weil ich sie selber
lösen musste.
Da das Krankenhaus ein
ländliches ist, und ich meistens zwischen 15 und 20 Patienten pro Tag, knapp
sieben Aufnahmen durchschnittlich über 24 Stunden verteilt hatte, war das
Volumen wirklich zu bewältigen. Mit der Visite war ich meistens um 12 Uhr fertig
(Arbeitsbeginn zwischen 6 bis 7 Uhr) und
kam dann für eine Nachvisite und Nachtaufnahmen gegen 20 Uhr wieder ins
Krankenhaus.
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