Vom Arztdasein in Amerika
Arbeitsangebot aus Minnesota
Mittwoch, 8. Mai 2013
Heute
erreichte mich eine Postkarte aus der 3,5 Millionenstadt Minneapolis, jener
Ausbildungsheimat, in der ich vom Assistenz- zum Facharzt reifte. Etwas wehmütig
schaute ich mir die Bildvorderseite an: Im Hintergrund war die schöne
Nachtkulisse von Minneapolis mit ihren zahlreichen Hochhäusern als Stadtmotiv dargestellt, im Vordergrund schwamm auf dem sie durchquerenden Fluβ Mississippi ein Erpel, Sinnbild des eher ländlich geprägten Bundesstaates Minnesota. In Groβbuchstaben stand auf der Postkarte „Grüβe aus Minnesota”. Ich drehte die Karte nach einigen Augenblicken um und erblickte einen Werbetext; er war einer von vielen Arbeitsangebote, die ich sehr regelmäβig als Internist seit meinem Facharzt
erhalte. Unkommentiert will ich Teile hiervon auflisten.
„Internist in Minnesota gesucht, als
Krankenhausangestellter. $215.000 Jahresgehalt mit Bonuszahlungen, $30.000
Einmalzahlung bei Arbeitsvertragsunterschrift und nicht
rückzahlungsverpflichtet bei mindestens zweijähriger Zugehörigkeit.
Elektronische Patientenakte und 4-Tagesarbeitswoche. Teilrückzahlung des
Studiendarlehens durch den Arbeitgeber möglich, Kranken-, Zahn-, Haftpflicht-
und Rentenversicherung Teil der Arbeitsvergütung. Durchschnittlich 15 bis 18
Patienten pro Tag, Leben in den begehrten westlichen Vororten von Minneapolis
und Arbeitsklima ohne Stress oder Wettbewerbsdruck.
Dieses Jobangebot ist ideal zugeschnitten auf
einen Arzt, der in einem kollegialen Arbeitsumfeld tätig sein will, in dem er
eine wirkliche Balance zwischen Arzttätigkeit und Lebensmodus finden wird. Wenn
Sie Interesse haben, dann bewerben Sie sich bitte bei…”
Die Postkarte landete in
meinem groβen
Stapel ähnlich gearteter Post, Bildmotiv nach oben. Grüβe
aus den USA.
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