Gesundheit
Blutspende: Ökonomische Anreize könnten wirken
Montag, 27. Mai 2013
Die Blutspende ist in den
meisten Ländern freiwillig, unentgeltlich – und wenig erfolgreich. Gerade in
den Sommermonaten fällt es dem Roten Kreuz und anderen Sammelorganisationen
schwer, genügend Spender zu finden. Die dann in den Innenstädten geparkten
LKW-Busse wirken oft verlassen. Die „Geschäfte“ könnten besser laufen, wenn das
DRK nicht allein auf den Altruismus der Passanten setzen müsste, sondern für
die Blutspende zahlen würde. Dies ist jedoch verpönt. Nicht nur aus ethischen
Gründen, sondern auch weil eine finanzielle Entschädigung Spender aus
Randgruppen der Gesellschaft anziehen könnte.
Kreative Lösungen, die diese Gefahr
umgehen, sind jedoch vorstellbar. T-Shirts und Handtücher dürften
Drogenabhängige nicht unbedingt motivieren. Einkaufsgutscheine für den
Öko-Laden nutzen obdachlosen Alkoholikern wenig (wenn alkoholische Getränke
ausgeschlossen werden). Auch Lotterielose sind meistens für Menschen
attraktiver, die das Geld nicht dringend benötigen.
Der Ökonom Nicola Lacetera
von der Universität Toronto zitiert in Science (2013; 340: 927-928) einige
Feldversuche der letzten Jahre, in denen niederschwellige, aber populäre
Anreize die Spendebereitschaft erhöht haben. Den größten Erfolg erzielte
Lacetera in einer eigenen Studie mit dem Angebot eines freien (bezahlten)
Arbeitstages. Die Zahl der Spender stieg um 40 Prozent. Nicht wirksam war
dagegen das Angebot eines kostenlosen Cholesterin-Tests.
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.