Gesundheit
Faeces-Transplantation schlägt FDA auf den Magen
Mittwoch, 12. Juni 2013
Die Arzneimittelagenturen
bestehen normalerweise darauf, dass die Zusammensetzung der Medikamente genau
bekannt ist und von Charge zu Charge gleich bleibt. Vor einer Zulassung wird
jeder einzelne Wirkstoff penibel geprüft. Auf keinen Fall dürfen Medikamente
potenzielle Krankheitserreger enthalten. Doch jetzt muss die
US-Arzneimittelagentur FDA eine Therapie prüfen, deren Zusammensetzung nicht
bekannt ist und die überwiegend aus Bakterien besteht, ohne dass jemand sagen
kann, um welche Keime es sich handelt und in welcher Konzentration sie
enthalten sind. Die Rede ist von der Fäkaltransplantation, die sich als
probates Mittel zur Behandlung der Clostridium-difficile-assoziierte Diarrhö
erwiesen hat.
Bei einigen wenigen Patienten
erholt sich die Darmflora nach Absetzen der Antibiotika nicht. Es kommt zur
Vermehrung von C. difficile, die durch ihre Toxine die Darmwand schädigen.
Nicht immer gelingt es, die Keime durch eine weitere Antibiotikatherapie
dauerhaft zu vertreiben. Als Ultima Ratio hat sich in den letzten Jahren die
Fäkaltransplantation als eine vielversprechende Therapie erwiesen.
Die
Erfolgsrate beträgt laut einer Übersicht zu 317 Patienten aus 27
Behandlungsserien über 90 Prozent (Clinical Infectious Diseases 2011; 53:
994-1002). Die Fäkaltransplantation wird zunehmend auch bei anderen
Erkrankungen erprobt, die mit Störungen der Darmflora in Verbindung stehen (wie
der Morbus Crohn) oder stehen könnten (wie die Multiple Sklerose). Auch die
Adipositas gehört zu den potenziellen Anwendungsgebieten.
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