Es begann 1989 mit einem
Bericht im Lancet. Britische Dermatologen berichteten damals über eine
Patientin, deren Hund ein auffallendes Interesse an einem ihrer Muttermale
gezeigt hatte. Die Mischung aus Border-Collie und Doberman-Pinscher soll sogar
einmal versucht haben, die störende Stelle per Biss zu entfernen. Diese Aufgabe
hatte die Frau dann doch lieber den Ärzten überlassen – die prompt ein malignes
Melanom diagnostizierten. Damit war die Krebsfrüherkennung auf den Hund
gekommen.
Es folgten weitere Berichte
und erste Studien, in denen Hunde Blasenkrebs am Geruch des Urins und
Lungenkrebs am Atem der Patienten erkannten. In der Praxis dürften sich
Krebsspürhunde kaum durchsetzen. Am Monell Chemical Senses Center in
Philadelphia arbeiten die Forscher deshalb an einem technischen Geruchssensor.
In einem ersten Schritt hat das Team um Charlie Johnson untersucht, welche
flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) Melanomzellen freisetzen und wie sich
diese Zellen von gesunden Melanozyten unterscheiden.
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Dazu wurden im Labor die
„Dämpfe“ von Melanomzellen aufgefangen und gefiltert. Die Moleküle wurden dann
in einer Gaschromatographie voneinander getrennt und mit einem
Massenspektrometer analysiert. Wie Johnson berichtet, gab es zahlreiche
Unterschiede zwischen normalen Zellen und Krebszellen. So wurde der Alkohol 3-Methyl-1-Butanol von den Melanomzellen in höherer Konzentration an die Luft abgegeben, während Isovaleriansäure vermindert war. Beide Moleküle sind Abbauprodukte der Aminosäure Leucin, die offenbar in den Melanomzellen anders verstoffwechselt wird. Melanomzellen setzten auch Dimethyldisulfid oder -trisulfid frei, die in gesunden Zellen nicht gefunden wurden.
Auch wenn Gaschromatographie
und Massenspektrometer in einem Gerät gekoppelt sind, wäre die Untersuchung zur
Diagnose eines Melanoms, die mit einem geschulten Auge auch klinisch möglich
ist (mit histologischer Bestätigung nach Exzision) viel zu aufwendig. Johnsson
hat jedoch einen sogenannten Nanosensor entwickelt. Bei den DNA-CNT
(„DNA-carbon nanotube“) handelt es sich um kleine Röhrchen, die mit Molekülen
besetzt sind, die bestimmte VOC erkennen können. Johnson kann in der Studie
zeigen, dass diese Nanosensoren im Prinzip in der Lage wären, Melanome zu
diagnostizieren.
Wie ausgereift die Geräte sind, lässt die Studie allerdings
offen. Bislang wurden sie nur im Labor eingesetzt. Im nächsten Schritt wollen
die Forscher untersuchen, ob die Sensoren auch bei einer klinischen Untersuchung
bei Patienten mit bekanntem Melanom anschlagen. Sollte dies der Fall sein,
könnte am Ende ein tragbares Gerät herauskommen, dessen Anwendung weit über die
Diagnose von Melanomen hinausreichen könnte.
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keine Hunde zur Diagnostik trainieren? Die falsch positiven oder falsch negativen Ergebnisse wären besser als die für teures Geld erhältlichen angewendeten Test. Die Fehlerquote dieser Tests, auch der falschen Biopsiebefunde, und ihre Konsequenzen wird runter gespielt. Aber es geht um sehr viel Geld und das war schon immer das wichtigste Argument in unser (medizinischen) Gesellschaft. Eine ordentliche Studie von unabhängigen Wissenschaftlern (gibt es die noch?) durchgeführt könnte Aufschluss geben. Eine Hundenase werden wir nie in der Werkstatt und Labor nachbauen können!
Gesundheit
Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skuril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbegen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.
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