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Vom Arztdasein in Amerika

Welche Sprache spricht der zukünftige US-Arzt?

Montag, 29. Dezember 2014

Dem US-Amerikaner wird allgemein eine Monolingualität nachgesagt, also keine Fremdsprachen zu beherrschen. Es herrscht sogar oft das Vorurteil vor, dass US-Amerikaner selbst Englisch mehr schlecht als recht beherrschen. Gerade aber in einem von der Einwanderung so stark geprägten Land wie den USA ist es wichtig, dass Kommunikation stattfinden kann. Ich selber behandele sehr oft zum Beispiel Somalier, Russen oder Mexikaner, die zwar seit vielen Jahren in den USA leben, aber im Prinzip kein Englisch sprechen und mit denen ich deshalb nicht adäquat kommunizieren kann. Mir wird zwar in solchen Fällen ein Übersetzer zur Verfügung gestellt, doch wünschte ich mir in solchen Situationen die entsprechende Sprache beherrschen zu können.

Solche sprachdiskrepante Situationen kommen sehr häufig vor und wenig überraschend wird die Mehrsprachigkeit immer wichtiger für Ärzte, daher auch immer zentraler im Bewerbungsprozess um eine Assistenzarztstelle. Doch welche Sprachen sprechen die Bewerber und auf welchem Niveau? Dazu ist im Journal of the American Medical Association jüngst eine interessante Statistik unter der Rubrik „Forschungsberichte” veröffentlicht worden: Diamond L et al, Non-English-Language Proficiency of Applicants to US Residency Programs, JAMA 312 (22): 2405-2407.

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Es überrascht wie viele Bewerber dann doch Fremdsprachkenntnisse mitbringen: Von den 52.892 Bewerbern um eine der knapp 29.000 Assistenzarztstellen sprechen fast 85% mindestens eine weitere nicht-englische Sprache. Am häufigsten wird Spanisch (53,2%) genannt, gefolgt von Hindi (20,5%), Französisch (15,6%), Urdu (10,1%) und Arabisch (9,8%). Knapp die Hälfte dieser großen Gruppe gibt übrigens an, diese Fremdsprache auf Muttersprachlerniveau zu beherrschen.

Übrigens ist es interessant, dass viele dieser oft beherrschten Sprachen – sieht man von Spanisch ab – dabei gar nicht so häufig gebraucht werden, wie der zweite Teil des Artikels aufweist. Denn obwohl viele Ärzten zum Beispiel Hindi, Urdu oder Arabisch sprechen, so sprechen das nur wenige der Patienten.  Aber beeindruckend ist es dennoch, dass solch eine Mehrsprachigkeit unter der jungen Generation der US-Ärzte existiert.            

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Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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