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Vom Arztdasein in Amerika

Stationszentriertes Visitieren

Mittwoch, 18. März 2015

Im Krankenhaus wird ein neues Modell ausprobiert: Das stationszentrierte Visitieren. Aus deutscher Sicht scheint diese Visitenmethode ein alter Hut, für viele US-Internisten ist es etwas ganz Neues, fast schon revolutionär.

Im Regelfall besitzt ein Krankenhaus je nach Größe, zwischen zwei und knapp zwanzig Stationen. So gibt es in meinem Krankenhaus eine Onkologie-, Nephrologie-, Kardiologie-, Intensiv-, Neurologie-, Orthopädie-, Allgemeinmedizin- und Vaskulärstation, nur um einige der knapp zwanzig Stationen aufzuzählen. Um genau zu sein, gibt es sogar oftmals mehrere dieser Stationen so z.B. vier Intensivstationen, zwei Onkologiestationen et cetera.

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Die Krankenschwestern sind auf ihre jeweilige Station spezialisiert und die Patienten­populationen spiegeln den Stationsschwerpunkt wieder, so dass eine Urologie­krankenschwester naturgemäß kompetent einen Harndauerkatheter legen kann während eine Orthopädieschwester außerordentlich kompetent im Umgang mit Frankturpatienten im prä- und post-operativen Verlauf ist.

Aus historischen Gründen ist der Allgemeininternist hingegen von dieser stationären Unterteilung nur wenig betroffen: Er behandelt Patienten querbeet auf den unter­schiedlichsten Stationen. So beginne ich oft meine Visite auf der zweiten Etage bei einigen mir zugeteilten Rehapatienten, gehe dann hinüber zur Intensivstation, um hiernach auf der dritten Etage hämatologische und allgemeininternistische Fälle zu betreuen et cetera. Mein Alltag ist meistens dadurch sehr abwechslungsreich und die knapp 15 Patienten die ich behandele sind allesamt unterschiedlich hinsichtlich der Therapiefragestellungen, der mitbehandelnden Ärzten, der Interaktion mit der Schwester und der Demografie des Patienten.

Nun hat die Verwaltung gegen diesen polystationären Arzteinsatz Einspruch eingelegt und uns Ärzte angewiesen, Schwerpunkte zu setzen. So soll einer von uns in einer bestimmten Woche der herzchirurgische Internist sein, der konsilarisch den Herz­chirurgen für internistischen Fragen zur Seite steht, ein anderer der orthopädische um den Orthopäden internistisch zu helfen usw. Es sollen Effizienzgewinne hierdurch stattfinden und für diverse administrative Fragen und täglich stattfindende Konferenzen der zuständige Arzt leichter greifbar sein.

Ist das nun Fort- oder Rückschritt? Meine Kollegen sind sich uneins, aber die große Mehrzahl lehnt diese Änderung ab mit dem Hinweis man sei Allgemeininternist um etwas von allem zu behandeln und hätte sonst gleich sich weiterspezialisieren können.             

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Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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