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am Montag, 22. Oktober 2012 um 00:00
 

Sein Fach mit Würde vertreten

Ausgerechnet ein ehemaliger Leiter eines Anatomischen Institutes fordert die Abschaffung des Präparierkurses der Medizinerausbildung – und was da für Lappalien bis „Argumente“ herhalten müssen, bis zu einem angeblichen sorglosen Umgang einiger Studierender mit dem menschlichen Körper als Folge des Präparierkurses (!).
Der Mediziner der Zukunft soll vor allem eines nicht haben dürfen: Die Übersicht, auch nicht über die menschliche Anatomie – immerhin Gegenstand seiner zukünftigen Tätigkeit. Vorgesehen für ihn ist maximal ein Schlüssellochhorizont, das Pauken von ,,Leitlinien" und Medikamentenpreisen und damit ist er viel besser zu gebrauchen als ein bei der Kasse angestellter erpressbarer MVZ-Arzt, schnell gefeuert wenn die ,,Leitlinie" nicht eingehalten wurde......
Die finsteren Kräfte haben die emanzipatorische Wirkung der Leichensektion schon immer gut erfasst, daher die vielen Beispiele der Verbote und Verfolgungen in der Anatomiegeschichte. Von einem Vertreter der Anatomie erwarte ich, dass er sein Fach mit Würde vertritt, auch gegen angebliche „Veraltungen“ und allen möglichen Anfeindungen zum Trotz, nicht aber die Demontage seines Fachs betreibt! Das ist er als Lehrender nicht zuletzt der jungen Generation schuldig.

Dr. med. Christine Vogt
Stuttgart
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