In diesem Forum machen wir unserer Entrüstung über unsere miserablen Arbeitsbedingungen Luft. Das tun wir in unserem Umfeld sicher auch oft genug. Aber ebenso wenig wie es uns gelingt, uns innerhalb einer Abteilung oder eines Krankenhauses oder eines Berufsverbandes zu solidarisieren und unsere Interessen mit vereinten Kräften durchzusetzen, so schweifen wir hier auch allzu leicht vom Thema ab. Natürlich wird in solchen Internet-Foren immer ein gewisser Mißbrauch betrieben, aber hier läßt sich das Gros der Teilnehmer z. T. tagelang von solchen Kindereien ablenken. Da Jungärzte soviel Zeit für dergleichen haben, fehlt es wohl doch am Leidensdruck. Wir klagen zwar, aber irgendwie halten wir uns eben doch für "Halbgötter" und unglaublich wichtig. Wer wichtig ist, wird selbstverständlich bis in die Nacht hinein gebraucht! Ab und zu wird zwar geklagt, aber es ist nun einmal unabänderlich. Dafür haben viele von uns ihre Allmachtsfantasien und den Glauben an ihre unendliche Belkastbarkeit schon zu sehr verinnerlicht! Und wenn man dann am Sanktnimmerleinstag endlich Chef ist, erwartet man, daß die Sklaven von morgen genauso spuren wie wir heute. Sind wir unfähig zu Solidarität und zum gemeinsamen Kampf für unsere Interessen? Warum eigentlich? Wie können wir das ändern? Oder anders gefragt: Was muß noch geschehen, damit wir uns solidarisieren? Irgendwie scheinen die Chefs und die Verwaltung unsere Schwächen zu kennen. Sie wissen, sie können mit uns machen, was sie wollen, jenseits von Recht und Gesetz! Wir sind ja so sehr mit unsinnigen Intrigen gegeneinander (paradoxerweise auch - oder gerade - gegen Kollegen, die unsere Position gar nicht gefährden können) so sehr beschäftigt, daß von uns kein Widerstand zu erwarten ist. Und die paar Weicheier, die aus der Reihe tanzen, sind für den Job halt ungeeignet! Kurzum, vermutlich geht es uns zu gut. Oder? Also zurück zur Sache. Wir klagen ständig über Ausbeutung, dabei lassen WIR uns doch ausbeuten. Nur wir können durch gezielte gemeinsame Aktionen unsere Rechte durchsetzen! Ich hoffe, daß die konstruktiven Teilnehmer wieder hier die Oberhand gewinnen. Sonst wird dieses Forum nur zu einem weiteren Indiz dafür, daß sich nie etwas ändert!
Ich denke nicht, dass die "tagelangen Kindereien" Ausdruck von fehlendem Leidensdruck sind, sondern ein Ventil der psych. Entlastung... Mehrfach wurden Reden, Paragraphen u. Artikel, auch im DÄ, erwähnt o. vorgetragen - doch was jetzt? Als ich eine praktische Frage nach den Beweismöglichkeiten v. Arb.zeitmißbrauch im Forum stellte, wurde ich v. E. diskriminiert und des Platzes verwiesen. Und ich ging! Ich glaube, dass diese Foren nur etwas "bringen", wenn man endlich jedem die persönliche Freiheit d. eigenen Meinung u. auch Kindereien läßt (m. Humor kommen oft die besseren Ideen) und wie Sie schon sagten, "gemeinsame Aktionen" müssen entstehen, aber das erreichen nur Menschen, die sich sympathisch sind und entsprechend behandeln.
Was sollen die Koll. noch schreiben, wenn sie keine weiteren Reden kennen u. d.Paragraphen (fast?) alle aufgeführt sind? Ich sage meinen Kindern auch nicht, es ist gut intelligent zu sein, sondern gib` ihnen prakt. Anweisungen f. d. Alltag und am Schluß sind sie intelligent. (Bitte um Verzeihung f. meine naive Erklärungsmethode...) Deshalb die Bitte für Vorschläge: Was kann "ich" tun - heute, morgen, dieses Jahr.... Mit freundlichen Grüssen
Sie schreiben , "daß alle Paragraphen aufgeführt worden sind"......
Es geht in einem Rechtsstaat leider überhaupt nicht darum, Paragraphen aufzuführen, sondern sie durchzusetzen, damit auch Recht entsteht, damit Demokratie entsteht. Damit Menschenrechte zur Geltung kommen. Nicht mehr - Nicht weniger. - Ich achte Ihre Ansichten als sehr wertvoll, aber damit sich etwas ändert, mußsich frau/man für das Recht, für die Demokratie wirksam einsetzen. D.h. versuchen, das geschriebene Recht, das geschiebene Gesetz - durchzusetzen.
Sie sind ein Mensch, Sie haben ein Recht darauf! - Dies ist möglicherweise auch eine praktische "Anweisung" für Ihre Kinder (Meine Frau und ich haben zwei) . - .....und Sie wurden m.E. nicht diskriminiert, da Sie mit ihrem Beitrag mit Abstand als äußerst souverän dastehen.
Ärzteschaft im Umbruch: Die Ausbeutung der Arbeitskraft und die Überlastung insbesondere junger Ärztinnen und Ärzte hat das Deutsche Ärzteblatt in mehreren Beiträgen thematisiert. Auch auf dem 104. Deutschen Ärztetag in Ludwigshafen war es ein zentrales Thema. Der Druck dürfe nicht weiter von oben nach unten weitergereicht werden, hieß es. Dieses Forum soll den Ärzten als Plattform für den persönlichen Erfahrungsaustausch dienen. Wir bitten, dabei auf persönliche Verunglimpfungen und insbesondere auf Namensnennungen zu verzichten. Die Redaktion behält sich vor, derartige Beiträge zu entfernen