Wenn die Menschen einerseits zur Gesundheitsvorsorge angehalten werden, Milliarden für Medikamente und Therapien fließen, und scheinbar alle Anstrengungen für eine Reduzierung des Krankenkassenbeitrages unternommen werden, erscheint es geradezu steinzeitlich, wenn im gleichen "Atemzug" die (60 Millionen zählende, nichtrauchende) Bevölkerung mit dem Besuch in Cafès oder Restaurants unnötig massiv geschädigt wird. Jegliche Gesundheitsvorsorgemaßnahmen oder Aufklärungsarbeit wird damit zur Farce. Die 20 Milliarden Gesundheitssystem Kosten des Rauchens werden geradzu begrüßt, ebenso wird eine Reduzierung der Krankenkassenbeiträge, und so eine mögliche Senkung der Lohnnebenkosten verschenkt.
Wenn die Bundesregierung nicht auch in diesem Bereich endlich frühzeitig Klarheit erlangt, beklagt Deutschland nicht nur weiterhin 140 000 Tabaktote jährlich, sondern verschenkt auch die Möglichkeit zu massiven Einsparungen im Gesundheitswesen und gesteigerter Wettbewerbsfähigkeit in Europa – gerade in Hinsicht auf die Vorreiterrollen von Irland und Norwegen.
Dass auch bei uns mittelfristig ein Rauchverbot kommt (und kommen muß), ist klar, inwieweit wir schon früher davon profitieren können, liegt in der Hand der Bundesregierung.
Aanscheind haben sie meinen Einwurf gar nicht gelesen. Mit dem kommenden Rauchverbot, deswegen der Name, wird das Rauchen und nicht der rauchende Mensch verboten. Soviel zu Minderheitenschutz.
Und ich wußte nicht, das irgendein Mensch mit seiner Zigarette physisch verbunden wäre, sodaß es ihm unmöglich wäre, sich temporär davon zu trennen. Und es werden ja tagtäglich Raucher diskriminiert weil sie in U- Bahnen, Bussen, im Kinosaal, im Flugzeug, in Anwesenheit des Babys und der Schwangeren, und im Krankenhaus nicht rauchen dürfen.
Aber schauen Sie dazu mal ins Grundgesetz, bzw. überlegen bevor Sie schreiben. Oder sie befürworten die Anarchie, da kann dann jeder machen – Raucher in Krankenhäusern Rauchen, Kinder Alkohol trinken, Autofahrer ohne StVO und bei roter Ampel fahren, Männer auf die Straße pinkeln – was er will – aber noch sind wir nicht soweit.
Zumindest der vom Rauchen verursachte. Und das vor allem weil er frueher kommt als in der Sterbetafel der Rentenversicherung vorgesehen. Die meisten Lungen-Ca patienten erkranken ja in dem Zeitraum kurz nachdem sie brav ein Arbeitsleben lang eingezahlt haben, und bevor sie ihren zugewiesenen Anteil am Rententopf aufgegessen haben. Und der Tod vom Lungen-Ca in einem 65jaehrigen ist ja auch medizinisch preiswerter als das lange hinsiechen eines dementen 85jaehrigen herzinsuffizienz patienten mit mehrfachen KH aufenthalten usw.
Mit hinreichendem Zynismus koennte man sagen dass wir MEHR Raucher brauchen wenn das Rentensystem stabil bleiben soll. (Die Krankenversicherungskosten sind in diesem Spiel ja nur ein kleiner Baustein. Das schlimmste was uns 'medizinoekonomisch' passieren kann sind leute die gesund alt werden und dann teuer sterben.)
Die medizinischen Versorgungszentren bieten Ärzten die Möglichkeit, im Rahmen eines Angestelltenverhältnisses in der ambulanten Versorgung tätig zu sein, ohne die ökonomischen Risiken einer Niederlassung tragen zu müssen. Ist der Arztberuf aber dann noch einer freier Beruf?