Habe vor kurzem das Studium beendet und bewerbe mich, habe aber das Gefühl das es etwas schwieriger ist, eine Assistenzarztstelle zu bekommen als ich dachte!! Ist es ein generelles Problem? Ich bin zu verschiedenen Gesprächen vorgeladen worden, mit tagelangen anschließenden Hospitationen, am letzten Tag hieß es nicht selten: Es gibt eigentlich im Moment keine Stellen, aber wir würden gerne Ihre Unterlagen behalten für den Fall, daß etwas frei wird. Für die Kosten komme natürlich nur ich auf! Manchmal machte die Verwaltung Probleme, manchmal wurde mir eine Stelle mit niedrigerer Bezahlung angeboten, oft machte die Verwaltung Probleme. Liegt es denn daran, dass es keinen AIP mehr gibt und deshalb die Neueinstellungen schwieriger sind, oder liegt es bloß an mir (bin zwar nicht promoviert, habe aber mit "gut" abgeschlossen und bin örtlich ungebunden).
Interessanter Beitrag. Mir (und vielen meiner FReunde) ist ähnliches wiederfahren. Das liegt daran, daß viele KH ihre Stellenplanung in den letzten Monaten vor Ablauf des AiP abgeschlossen haben und sich wahrscheinlich fuer die nächsten 2 Jahre nicht mehr viel tut. Um Dir einen Eindruck zu geben wie schwierig es sogar geworden ist, einen dieser schlechtbezahlten Klinikjobs zu bekommen: Ich habe mein Studium mit Sehr gut abgeschlossen, Promotion mit magna cum laude, Drarbeit in den USA angefetigt, Erstautorpublikation in einem Journal mit impact 8. Habe mich mit diesem Lebenslauf in Köln und Umgebung für Derma und Innere beworben. 2 Dermainterviews in D'dorf und Aachen mit dem gleichen Tenor wie bei Dir ("großes Intersse blabla, z.Z. aber leider keine Stelle frei, demnächst gehen aber Assis ins Labor oder in SS-Urlaub, dann können sie die Stelle übernehmen... aber wann konkret steht nicht fest...").Hatte nur 1 konkretes Jobangebot für Innere an einem peripheren KH, was ich aber nicht angenommen habe. Ein Freund von mir mit ähnlichen Qualifikationen hat sich bundesweit für Pädiatrie beworben. 1 Angebot aus Dresden! Eine Kommillitonin mit mittelmäßigen Noten und Qualifikationen hat sich bundesweit für Derma beworben: 0 Interviews. Es ist immer das gleiche Dilemma: der allmächtige Euro sitzt allen Verwaltern und Chefärzten im Nacken. Die Abschaffung des AiP hatte somit kurzfristig nur eines erreicht: Den Einstieg ins Berufsleben für junge Mediziner zu erschweren.
Ärzteschaft im Umbruch: Die Ausbeutung der Arbeitskraft und die Überlastung insbesondere junger Ärztinnen und Ärzte hat das Deutsche Ärzteblatt in mehreren Beiträgen thematisiert. Auch auf dem 104. Deutschen Ärztetag in Ludwigshafen war es ein zentrales Thema. Der Druck dürfe nicht weiter von oben nach unten weitergereicht werden, hieß es. Dieses Forum soll den Ärzten als Plattform für den persönlichen Erfahrungsaustausch dienen. Wir bitten, dabei auf persönliche Verunglimpfungen und insbesondere auf Namensnennungen zu verzichten. Die Redaktion behält sich vor, derartige Beiträge zu entfernen