"Nun besteht meine Motivation Medizin zu studieren zum einen daraus ,dass die Arbeit an sich sicher nicht langweilig und unintressant ist. Zum anderen will ich Medizin studieren,weil meiner Meinung nach man in keinen anderem Beruf ein so weitreichendes Spektrum hat was man danach letztlich arbeitet."
Genau das war auch meine Motivation für das Medizinstudium, und ich hab's nicht bereut. Die unbezahlten Praktika, die hier einige erwähnt haben, empfinde ich zwar als ungerecht, aber ich hab's eben hingenommen, weil Arzt mein Traumberuf war und immer noch ist. Meine Erfahrungen mit den Arbeitsbedingungen an meiner Klinik stimmen weitgehend mit denen von DrDoolitte überein. Trotzdem werde ich noch etwa ein Jahr lang "die Zähne zusammenbeißen", weil ich dann meinen FA machen kann. Aber dann geht's nichts wie weg hier!!! Ich bin im Badischen an der Grenze zu Frankreich aufgewachsen, habe schon viele Urlaube in den unterschiedlichsten Regionen Frankreichs verbracht, habe mit der Sprache dort kein Problem und bin einfach absoluter Frankreich-Fan. Nach dem, was ich im DÄ und hier im Forum gelesen habe, sind die Arbeitsbedingungen für Ärzte in Frankreich um Größenordnungen besser als hier. Vielleicht wäre das ja auch eine Möglichkeit für Dich? Oder sieh Dich mal in den anderen Auslandsforen um. Es muss ja nicht unbedingt Frankreich sein. In Australien z.B. sollen deutsche Ärzte auch sehr gesucht sein.
"Aber Arzt ist eben ein nichtkommerzieller Beruf, stimmt's?"
Man könnte es fast meinen. Ich habe lang mit meiner Frau darüber diskutiert, ob ich eine demnächst frei werdende Praxis hier in der Nähe übernehmen soll. Eigentlich würde ich mich gern selbstständig machen, aber in die Praxis müsste sehr viel investiert werden: Neue Geräte (klar, man muss ja technisch auf dem neuesten Stand sein), aber auch modernere Einrichtung, denn das erwarten die Patienten schließlich auch. Meine Frau war strikt dagegen, sich für eine so ungewisse Zukunft so hoch zu verschulden. Nun bin ich zum MDK gegangen, hab mein geregeltes Einkommen und Arbeitszeiten, die noch genügend Zeit für die Familie lassen.
Wenn Dich das Studium reizt, warum solltest Du es dann nicht machen? Nur: Leg Dich bloß nicht fest, was Du später arbeiten sollst. Denn wir Ärzte sind in vielen Bereichen von Medien über Industrie bis zu Unternehmensberatern attraktive Arbeitnehmer. Einzige Ausnahme: Krankenhäuser und Praxen.
Wenn Du also Medizin studierst ohne einem Helfersyndrom zu verfallen, ist das alles kein Problem.
Ich habe übrigens sieben Jahre als Arzt gearbeitet - das waren wie in der Bibel die mageren. Seit ich raus bin, geht es mir gut. Der Leitspruch zur Medizin in Deutschland lautet: Es ist schön Arzt zu sein, aber furchtbar als Arzt zu arbeiten!
Die Überlegungen zur Ausstattung einer modernen Praxis sind ebenso korrekt wie die Bedenken Ihrer Ehefrau nachvollziebar. Man kann an dieser Stelle allerdings nicht oft genug betonen (da ganz offensichtlich weiterhin allgemein nicht beachtet), dass es mit den Gesundheitszentren (und bedingt auch den MVZs) eine echte Alternative gibt. Die persönliche finanzielle Belastung ist NULL, die Arbeitszeiten geregelter, die Absicherung besser bei bestehender Freiheit zu "ökonomischer Kreativität", etc. Nun ist die Tätigkeit im MDK sicher eine Alternative, aber halt doch völlig anders zur Arbeit im ambulanten Bereich. Beim MDK ist die Arbeit für den Arzt halt tatsächlich "nichtkommerziell", schliesslich ist er an den Bilanzen der KK in keinerlei Weise beteiligt. Gruss G.
Viele Nachwuchsforscher in der Medizin verlassen Deutschland, um dauerhaft in den USA oder in Großbritannien tätig zu werden. Im Gegensatz zu Deutschland könne man dort als Arzt klinische Tätigkeit und Wissenschaft miteinander in
Einklang bringen. Wie beurteilen Sie die Rahmenbedingungen für medizinische Forschung in Deutschland? Ist in den USA und in Großbritannien wirklich alles besser? Mit welchen Maßnahmen könnte der Forschungsstandort Deutschland an Attraktivität gewinnen?