Methodische Kritik mit dem Greenhalgh-Verfahren an der Publikation von Martinson et. al.
Anwendung der Methode Greenhalgh für die Untersuchung einer qualitativen Forschungsarbeit auf Martinsons Kommentar zur FFP
1. Klinisches Problem Fälschung in der Forschung ist in aufsehenerregenden Einzelfällen belegt. Die Frequenz ist niedrig. Publikationen [6-9 bei Martinson] berichten von Einzelfällen bis niederen Frequenzen. 2. qualitativer Zugang Der Zugang ist nicht quantitativ. Damit kann eine qualitative Untersuchung formal noch nicht festgestellt werden. Quantitative und qualitative Forschung grenzen an andere Partitionen der Wissensgewinnung. Beide Felder sind eine große Domäne in den Naturwissenschaften. Wo rechtliche Forschungsfelder beschritten werden, sind geisteswissenschaftliche Methoden heranzuziehen. 2.1 qualitative Forschungsmethoden 2.1.1 Passive Beobachtung - nein 2.1.2 Aktive Beobachtung - nein 2.1.3 Persönliches Interview - nein 2.1.4 Fokalgruppenuntersuchung - ja
3. Selektion der Teilnehmer – keine Angaben 4. Standpunkt des Untersuchers – Fälschung ist zu verdammen! 5. Methode der Datengewinnung – Rundschreiben, die zum Bekennen oder Denunzieren Anlaß geben können. Die im „Hexenhammer“ beschriebene Methode der Heiligen Inquisition legte zahlreiche Belege für die Existenz des Teufels vor. Martinson gebraucht einen Witch Hammer. 6. Methode des Datenvergleichs (Analytik) – Der Chi-Quadrat-Test zum Vergleich von Subpartitionen ist überflüssig und verleiht der Listung von Meinungen ein wissenschaftliches Gewand. 7. Glaubwürdigkeit – Ich glaub`s nicht. 8. Schlussfolgerungen – Der Beitrag ist daraufhin angelegt Aufsehen zu erregen und Diskussion zu induzieren. Er präsentiert keine Methode FFP zu detektieren, genauso wenig, wie die Folterung unzähliger Hexen eine Personifikation des Bösen im Kreis der verurteilten Opfer nachweisen ließ. 8.1 Verhaltenserklärung der Teilnehmer – Jeder erlebt Druck bei seiner Arbeit und rechtfertigt sein Tun oder macht sich Selbstvorwürfe. Diese münden in Sündenfall-Bekenntnisse oder Vermutungen über das Übel außerhalb der eigenen Wirkungsstätte. 8.2 Verständlichkeit der Erklärung für einen Teilnehmer – hohe Akzeptanz. Da eine Gutmenschen-Moral durch Martinson intoniert wird, kann niemand sich in die moralisch schwächere Position begeben und gar eine Lanze für kreative Fälschung brechen. 8.3 Kohärenz mit bekannten Ergebnissen – Inkohärent. Forschungsfälschung, die zu Produkten führt, fliegt auf. Siehe die Erfindung einer Antischwerkraft-Maschine durch einen begabten deutschen Physikus. 9. Übertragbarkeit – nicht gegeben.
Greenhalg, T., Taylor, R.: How to read a paper. Papers that go beyond numbers (qualitative research). BMJ 7110, 315, 1997, http://bmj.bmj.journals.com/archive/7110/7110ed.htm
Nach den Ergebnissen einer aktuellen US-Studie scheint es mit der Ehrlichkeit der Wissenschaftler nicht weit her zu sein: Jeder Dritte gab in einer anonymen Befragung an, in den vergangenen drei Jahren mindestens ein straffwürdiges Vergehen begangen zu haben. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft geht davon aus, dass die Situation in Deutschland ähnlich ist. Wie schätzen Sie die Redlichkeit der Forscher ein? Sind Sie vielleicht sogar Opfer von Manipulationen oder wissenschaftlichem Fehlverhalten geworden. Ihre Meinung interessiert uns!