«1»Seite
5 Beiträge, Seite 1 von 1
am Donnerstag, 6. Oktober 2005 um 22:53
 

Butter bei die Fische

Sehr geehrte Kollegen!

Hier im Forum werden ja ganz viele Fakten zusammen getragen und auch richtig kommentiert... (Okay, manche Beiträge sind der Sache eher kontraproduktiv, aber wer sich anonym auskotzen will ....). Aber wir müssen uns doch nicht erklären, warum wir keine Lust mehr haben, hier in Deutschland zu arbeiten. Wieviel wir verdienen, wieviel wir verdienen müßten etc. Wir wissen es (Die meisten zumindest). Die Frage ist doch, wie 'drauf reagieren? Dzu noch mit einem solchen unsolidarischen Sauhaufen, der wir ja (traditionell??) sind? Wir müssen doch begreifen, das wir immer weniger werden. Und je weniger eine Ware wird... Umso begehrter sollte sie werden. Außer, sie war vorher zuviel. Sind wir zuviel? Anscheinend ja nicht. Also, wer selten ist, kann den Preis bestimmen, sollte man meinen. Tut er aber nicht. Warum? Weil wir nicht die Ideen haben, dem Volk beizubringen, daß ohne Ärzte schlecht leben ist (meistens zumindest). Warum kein Generalstreik? Was sollte passieren? Dienst wie am Wochenende. Damit nicht allzu viele Sterben. Der Rest auf die Strasse. Solange, bis die Politik begreift, das es ohne uns nicht geht. Was passiert eigentlich, wenn sich der MB auf sagen wir 10 Prozent mehr Lohn über 10 Jahre, dafür aber sehr flexible Arbeitszeiten einigen will? Wird die Basis befragt??? Wer hat denn 30 Prozent als Verhandlungsziel festgesetzt?? Im Endeffekt gehört jetzt erneut eine Generalversammlung anberaumt, wo genau diese Eckdaten festgelegt werden. Und da sehe ich 50 Prozent mehr auf das Grundgehalt als Mindestforderung mit Hinweis auf unsere Nachbarländer. Weshalb wird der Dienst am 24.12. genauso bezahlt wie am 5.10? In der freien Wirtschaft lachen sich doch die Arbeiter kaputt. Also, wie kann man "von unten" darauf hinwirken, das Deutschland nicht ohne deutsche Ärzte dasteht?? Konstruktive Vorschläge??
am Donnerstag, 6. Oktober 2005 um 23:19
 

Die Gleichung ist ganz einfach, zum Mitschreiben:

Cetero censeo Germaniam esse (auto)delendam.

Es gibt kein Ge-e-l-d. Oder es gibt keine Umverteilung nach dem Florianiprinzip. Läuft auf dasselbe hinaus.

Und es gibt Machspielchen ohne Ende. Die meisten Krankenhausverwaltungen sparen sich selbst weg - aber dem doofen Personal haben wir`s heuer wieder gezeigt. Klasse Jahresabschluß !

Selbst die schlimmsten Sparefrohs müssen irgendwann gehen, weil sie nicht skrupellos genug waren. So knutet man Verwaltungen.

Wenn die dagebliebenen Feigen die 010106-Regelung nicht haben wollen, weil sie nicht "schichteln" mögen oder keine Zusatz-8-h-Afferl finden, dann ist den Idioten nicht mehr zu helfen.

Wo kein Geld, da keine Ärzte. Gesellschaftlicher Konsens in Germany, also wurde z. B. an der Uniklinik Aachen in der Traumatologie am Ärztestreiktag selbst bei Privatpatienten von Studenten visitiert. Sonst keine Arzt weit und breit.

So und NUR so geht das. Nullversorgung mit Kollateralschaden, für den keiner verantwortlich ist.

Erst wenn an den Unikliniken die Professorenzimmer mit Kranken vollgestapelt werden und der privatversicherte Landtagspräsident beim Chirurgischen Notfall in der tapezierten Besenkammer landet, könnte sich vielleicht ein kleines Problembewußtsein ergeben. Alle anderen (Todes)fälle sind in die Normalität überzuführen.

am Freitag, 7. Oktober 2005 um 00:02
 

Das Kind muß in den Brunnen

... man schaut in Deutschland so lange dem todesmütigen Tänzchen am Brunnenrand zu, bis das Kindchen hoffnungslos abgesoffen ist.

Die Deutschen sind traditionell so dumm: Erst muß etwas vollkommen gegen die Wand gefahren werden, bevor man etwas aufzubauen beginnt.

Beispiele:
- Nazidiktatur unter Hitler
- Kommunistendemokratur unter Honecker
- Kommunistendemokratur unter Schröder, Fischer und Finanzminister Lafontaine
am Freitag, 7. Oktober 2005 um 19:07
 

theorie und praxis

Konstruktive Ideen sind ja schwer genug, aber die Durchführung erst.

Ja, warum eigentlich kein Generalstreik?

Weil dabei ja alle mitmachen müßten und das "teile und herrsche"-Prinzip hat doch in der Vergangenheit immer prächtig funktioniert.
Es gibt eben immer Kollegen die einknicken, sei es weil man Nachteile bzgl. Weiterbildung/Karriere fürchtet oder einfach weil es sich mit Familie vielleicht etwas weniger kämpferisch streikt.
Die Organisation dazu fehlt, dem MB wäre eine Basisversammlung bestimmt alles andere als recht. Volksabstimmmungen haben keine Tradition hierzulande, der Beitrags/Steuerzahler kann ja alle 4-5 Jahre sein Kreuzchen machen. Ob Kammer- oder Bundestagswahl bleibt sich da gleich.

Eine schwache Möglichkeit wäre z.B. den MB-Vorstand mit mails zu bombardieren um zumindest als Basis wahrgenommen zu werden.

Ansonsten bleibt wohl nur - wenn man das Glück hat einige gleichgesinnte Kollegen mit im Boot zu haben - vor der eigenen Tür zu kehren und der Verwaltung noch vor dem 01.01.2006 die Hölle heiß zum machen.
Sprich hausinterne Regelungen treffen die attraktiver sind als die der Mitbewerber. Und das verbreiten. So würden mittelfristig eventuell (Wunschdenken, ich weiß) die unkooperativen Kliniken den zunehmenden Personalmangel deutlicher zu spüren bekommen.
Nur so eine Idee..
am Dienstag, 11. Oktober 2005 um 23:10
 

Mehrere Ansatzpunkte

Als eine wirksame Streikmaßnahme sehe auch den sog. Kodierstreik.
Außerdem sollte ärztliche Arbeit insgesamt wieder aufgewertet werden. Warum steht einem Arzt für Gutachten weniger Geld zu als einem Kfz-Sachverständigen? Warum gibt es für nächtliche Blutentnahmen (und Untersuchungen) bei V. a. Verkehrsdelikte unter Alkoholeinfluß ganze 38 €? Welcher Akademiker steht dafür nachts um zwei auf (Die Polizei bedauerte, ns nicht mehr bezahlen zu können)?! Es gibt viele Ansatzpunkte für Streiks, gerade im Gutachtenbereich.
Man sollte diese Maßnahmen kombinieren. Wir dürfen uns nicht weiter durch irgendwelche ethischen Verpflichtungen zu Sklaven des Gesundheitswesen machen lassen!
«1»Seite
5 Beiträge, Seite 1 von 1

Ausbeutung junger Ärztinnen und Ärzte

Ärzteschaft im Umbruch: Die Ausbeutung der Arbeitskraft und die Überlastung insbesondere junger Ärztinnen und Ärzte hat das Deutsche Ärzteblatt in mehreren Beiträgen thematisiert. Auch auf dem 104. Deutschen Ärztetag in Ludwigshafen war es ein zentrales Thema. Der Druck dürfe nicht weiter von oben nach unten weitergereicht werden, hieß es. Dieses Forum soll den Ärzten als Plattform für den persönlichen Erfahrungsaustausch dienen. Wir bitten, dabei auf persönliche Verunglimpfungen und insbesondere auf Namensnennungen zu verzichten. Die Redaktion behält sich vor, derartige Beiträge zu entfernen

Letzte Beiträge zu diesem Thema

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

Eingeloggt als

Suchen in