etwas müde ob der Länge und gleichzeitiger Inhaltsarmut möchte ich Ihre Replik auf den Satz eindampfen:
"Die Medizin führt und das war schon immer so und das will auch der Gesetzgeber und...Menno!"
Ich weiß ja nicht, wo Sie Ihre "Gedanken" publizistisch zu streuen gedenken, aber ich würde das Ergebnis gerne lesen und mit meinen Kollegen lachen.
Zunächst ist die Benennung eines 35 Jahre alten BVerwG-Urteils nicht gerade brandaktuell - und die Rechtsprechung wird sich (versprochen!) in den nächsten Jahren ändern! Die Gesetzgebung reagiert überwiegend auf Veränderungen der gesellschaftlichen Realität. Sie ist - und das erscheint bei Ihnen so - aus Granit gehauen, sondern dynamisch und veränderbar. Und das sage ich auch für die Gesetzgebung (SGB V; SGB XI; etc.) voraus. Übrigens: Herr Sahmel kann gerade nicht als Kronzeuge für die Stelle der Pflege als nachgeordnet angeführt werden. Zitat aus dem gleichen Artikel, den sie zitierten:
"1. Der Gesetzgeber muß dazu gezwungen werden, der Pflege einen klar definierten eigenen Handlungsbereich einzuräumen, in dem definitiv keine andere Berufsgruppe hineinzureden hat. 2. Der Gesetzgeber muß den Pflegenden die Kompetenzen für „Diagnose und Therapie" in einzelnen Bereichen eindeutig zusprechen und zwar ohne Abstriche, bei entsprechender fachlicher Qualifikation. 3. Die Pflege muß ihre Selbstbeschränkung aufgeben und endlich akzeptieren, daß sie ein medizinischer Beruf ist. Medizinische Qualifikation und die Befähigung auch zur medikamentösen Therapie müssen neben dem Erreichen der pflegerischen Kompetenz gleichwertiges Ziel einer reformierten Krankenpflegeausbildung werden. Dies muß auch erklärtes Ziel der Berufsverbände sein! 4. Die Struktur der Pflege im Gesundheitssystem muß radikal geändert werden. Es muß eine hierarchische Gliederung in der Pflege eingeführt werden, die sich am Ausbildungsstand der Pflegenden orientiert und die Durchstiegsmöglichkeiten von unten nach oben bietet. Hierzu gehört ein Dreistufensystem: – Personal mit geringer medizinischer Qualifikation für Routinearbeiten auf Station. – Personal mit dreijähriger Ausbildung und Weisungsbefugnis gegenüber den unter Geringerqualifizierten. – Studierte Krankenpfleger/-schwestern mit umfassenden medizinischen Kenntnissen (amerikanische Ausbildung) und Entscheidungsmöglichkeiten in sämtlichen medizinischen Bereichen einschließlich medikamentöser Therapie. Das muß begleitet werden mit einer eindeutigen unwideruflichen Kompetenzverlagerung von Teilen ärztlicher Kompetenz und Tätigkeit in den pflegerischen Bereich. Die Handlungskompetenz muß gesetzgeberisch zugunsten der entsprechend qualifizierten Pflegekräfte auf Kosten des medizinischen Dienstes verschoben werden, klar definiert und eindeutig.
Hoppla, irgendwie ein anderer Grundton, oder?
Wie kommt es eigentlich, dass einige Mediziner so genau wissen, was andere Berufe gefälligst an Arbeiten zu erledigen hätten? Wobei völlig egal ist, ob diese Hilfsarbeiter, Zuträger und Lakaien studiert haben oder nicht. Ach ja, das Medizinstudium ist ja etwas ganz Besonderes und qualifiziert zu so Vielem... Warum wird´s denn reformiert? Und grundsätzlich mal gefragt: Ist eine Multiple Choice - Prüfung (bis in die Staatsexamina hinein) ein vehementer Bildungsbeitrag? Ist das stupide medizinische Vokabellernen persönlichkeitsbildend? Trägt ausgerechnet die real existierende medizinische Ausbildung zur Herausbildung von geraden, aufrechten Persönlichkeiten bei?
Gerade hat übrigens die erste Nicht-Abiturientin in BRD ihr Drittes Staatsexamen gut absolviert. Willkommen in den Niederungen der Sterblichen, ihr Götter.
Übrigens, Ihre Aussagen sind leider z.T. so affektgeboren, dass sie sich widersprechen:
"Ob eine Pflegekraft akademisch vor-, aus- oder weitergebildet ist oder nicht. Die Tätigkeit bleibt die gleiche."
Darunter dann:
"Selbst in der Pflege werden die „gerne Akademiker“ mit Skepsis gesehen. Denn sie sind sich zu schade um die Bettpfannen zu wechseln und dem Patienten das Bett frisch zu beziehen."
Wat denn nun? Nehmen verschieden qualifizierte Pflegende vielleicht DOCH unterschiedliche Aufgaben wahr?...
Das Stichwort "Selbstüberhöhung" ist putzig zu hören von einem Arzt. Doch, habe sehr gelacht...
Und zu Ungunsten der Patienten sind einzelne Konflikte sicherlich. Aber systematisch muss etwas geändert werden: Die Medizin ist eine Gesundheitsdienstleistung wie die Pflege. Zu wenig von Beidem lässt Menschen leiden und sterben. Also, auf Augenhöhe können wir gerne über Kooperation zwischen ALLEN Gesundheitsdienstberufen reden - ich kniee mich dafür sogar hin...
Nur der Vollständigkeitshalber bezüglich Heilhilfsberuf:
Urteil vom 22.06.2004 Sozialgericht Mannheim S 4 RA2424/03
Zitat aus dem Urteil " ... Die Klägerin ist keine "Pflegeperson" im Sinne des § 2 Satz 1 Nr. 2 SGB VI. Hierzu gehören Personen, die in einem Heilhilfsberuf tätig sind (BSG SozR 3-2600 § 2 Nr. 3; vgl. schon BSGE 21,171,174) und die grundsätzlich nur auf ärztliche Anordnung bzw. Verordnung tätig werden (vgl. BSG SozR 3-2600 § 2 Nr. 1 und 2; Klattenhof a.a.O.). "
Urteil des Bundesverfasssungsgerichts (BVerfG) vom 24.10.2002 – 2 BvF 1/01
Zitat aus dem Urteil: "Anders als in der Krankenpflege, die vorrangig als Arzt-Assistenz ausgestaltet und darauf angelegt ist, ärztliche Anordnungen auszuführen, sind die Altenpfleger vielfach auf sich alleine gestellt ..."
"Es wird nicht bezweifelt, dass auch pflegende Berufe, soweit sie im Schwerpunkt eine Ersetzung, Ergänzung oder Unterstützung der ärztlichen Tätigkeit zum Gegenstand haben (wie z.B. die Berufe in der Krankenpflege), als sog. Heilhilfsberufe den Heilberufen unterfallen"
Sind Ihnen diese Urteile Aktuell genung?
Alles weitere an Argumentation mit Ihnen ist nutzlos. Deshalb beende ich die Diskussion mit Ihnen.
Nun muss man ja nicht in allen Punkten dem humorigenn Menschen zustimmen, aber was führen Sie eigentlich für eine Art von Diskussion?? "Ich bitte um Beiträge", so waren Ihre Worte. Wer Ihrer vorgefassten Meinung dann zustimm, der bekommt verbales Schulterklopfen von Ihrer Seite, wer Ihnen widerspricht, der wird mit "Ende der Diskussion!" abgestraft! Was soll das Ganze dann eigentlich??? Gruss G.
Humorexperte betreibt einen (gar nicht lustigen) Berufsrassismus, indem er allen Ärzten eine machtbesessene Geisteshaltung unterstellt. Hirarchien lässt er nur gelten, wenn sie seinem Berufstand nützlich sind. Mediziner sind allesamt schlimme, geldversessene "Götter in weiß" Da läßt er nicht mit sich reden! Deshalb ist der Diskussionsabbruch seitens MedMax sinnvoll und gerechtfertigt.
Ärzteschaft im Umbruch: Die Ausbeutung der Arbeitskraft und die Überlastung insbesondere junger Ärztinnen und Ärzte hat das Deutsche Ärzteblatt in mehreren Beiträgen thematisiert. Auch auf dem 104. Deutschen Ärztetag in Ludwigshafen war es ein zentrales Thema. Der Druck dürfe nicht weiter von oben nach unten weitergereicht werden, hieß es. Dieses Forum soll den Ärzten als Plattform für den persönlichen Erfahrungsaustausch dienen. Wir bitten, dabei auf persönliche Verunglimpfungen und insbesondere auf Namensnennungen zu verzichten. Die Redaktion behält sich vor, derartige Beiträge zu entfernen