Der BAT wird nicht in Teilen, sondern ganz gekündigt. Damit sind die Sicherheit+Vorteile des BAT preisgegeben worden. Die Personalchefs wird´s freuen, die sich "nicht mehr in den Spiegel gucken können, wenn sie weiter BAT-Verträge mit Ärzten schliessen" (OT). Verhandlungsgrundlage wird also daher TVÖD sein und selbst wenn Zulagen von 30% mehr dabei rauskämen, gibt es Konstellationen, wo man mit BAT besser drangewesen wäre. So schiesst man sich selbst ins Knie!
Der BAT ist nur scheinbar eine bessere Verhandlungsgrundlage. Denn die einstweilige Verfügung kam gerade dadurch zustande, daß der BAT formal gesehen noch gilt. Daß er bisher nicht gekündigt wurde war für die Assistenten sowieso kein Schutz, denn die AG haben ja reihenweise BAT-Verträge in den TVÖD überführt. Was sicherlich rechtlich nicht einwandfrei ist. Aber Betrug und Trickserei ist von dieser Seite ja schon lange keine Überraschung mehr. Allerdings zeigt die Erfahrung daß Prozesse Jahre dauern und nicht unbedingt zu Lösungen führen (vgl. Jäger-Urteil).
Ein Streik ist aber nach der BAT-Kündigung rechtlich nicht mehr anfechtbar. Und wenn er konsequent durchgezogen wird, führt er schneller und nachhaltiger zu Lösungen. Es gibt keine Medizin ohne Ärzte, und Streik hat viele Gesichter. Außer dem Flächendeckenden gibts auch noch den Bummerlstreik, den Dienst nach Vorschrift, letztlich könnte man auch den Spieß mal umdrehen und sich an die Gesetze halten und die Arbeitgeber klagen lassen, sollen sie doch durch alle Instanzen bis zum EuGH gehen wenn ein Assistent sich weigert mehr als 12h Dienst zu schieben.
Ich wette aber sie würdens nicht tun, weil sie genau wüßten wie es ausginge. Also, ein bißchen mehr Phantasie bitte und vielleicht auch hier und da ein bißchen Mut!
MB mit Monty ein zahnloser Tiger? Das war wohl mal. Denn mit der Kündigung des BAT hat sich der MB derart unter Zugzwang gesetzt, dass es jetzt keine Alternative mehr zu härtesten Massnahmen gibt! Monty ist nicht zu dumm, um die Tragweite für den MB und ihn persönlich zu begreifen. Wenn sich der MB jetzt nicht durchsetzt, wird er nicht überleben, weil er denn Mitgliedern nicht nur nicht genützt hätte sondern ihnen sogar aktiv geschadet hätte.
Alle müssen jetzt wissen, dass sie solidarisch alles gewinnen, unsolidarisch aber auch alles verlieren können. Eine bessere Ausgangsposition für die weiteren Verhandlungen könnte es gar nicht geben.
Aber hat er dazu schon ein entsprechendes Vertragswerk vorgeschlagen? Hoffentlich dann mit Gehaltsberechnungen vs. BAT über mehr als 10 Jahre. Anfangs hat der MB ja fröhlich für den TVÖD Werbung gemacht, weil die Gehaltsaussichten über die ersten 10 Jahre gar nicht so schlecht waren.
Sie glauben nicht im Ernst mehr an den öffentlichen Dienst bzw. den BAT als Segen für die Menschheit, oder? Wie blind für die Realitäten an deutschen Kliniken muss man eigentlich sein, um eine solche Meinung zu vertreten? Der BAT war vielleicht ein Segen, als man als Assistent noch problemlos die Gehaltsstufe Ib erreichen konnte und Dienste voll vergütet wurden. Den BAT zu kündigen war eine der vernünftigsten Entscheidung des MB seit bestehen. Jetzt muss die Ärzteschaft nur durchhalten und in kürzester Zeit kann viel erreicht werden.
Ärzteschaft im Umbruch: Die Ausbeutung der Arbeitskraft und die Überlastung insbesondere junger Ärztinnen und Ärzte hat das Deutsche Ärzteblatt in mehreren Beiträgen thematisiert. Auch auf dem 104. Deutschen Ärztetag in Ludwigshafen war es ein zentrales Thema. Der Druck dürfe nicht weiter von oben nach unten weitergereicht werden, hieß es. Dieses Forum soll den Ärzten als Plattform für den persönlichen Erfahrungsaustausch dienen. Wir bitten, dabei auf persönliche Verunglimpfungen und insbesondere auf Namensnennungen zu verzichten. Die Redaktion behält sich vor, derartige Beiträge zu entfernen