ich kanns nicht glauben, was Sie gestern bei "Hart aber fair" über den geplanten Ärzte-Tarifvertrag bezüglich der Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen gesagt haben:
_____________________________________________________________________________ Zitate aus der Sendung "Hart aber Fair" vom 17. 05.2006 im WDR:
>>Hart-aber-fair-Readaktion: "Wir haben da mal eine Frage: 24-Stunden-Dienste findet der Marburger Bund in Ordnung. Die Ärzte wollen nicht weniger arbeiten. Sie wollen mehr Geld. Herr Montgomery, wird eine Chirurgenhand ruhiger, nur weil sie besser bezahlt wird?"
Herr Montgomery: "Überhaupt nicht. Ich teile Ihre Auffassung. Die Aussage, dass wir das wollen, ist falsch. Wir machen Tarifverhandlungen. In Tarifverhandlungen muss man Kompromisse machen. Die Arbeitgeberseite besteht darauf, weil sie Flexibilität haben will, möglichst viele Bereitschaftsdienste mit zu inkorporieren in den Vertrag. Wir wollen das eigentlich nicht. Wir wollen, dass ein Arzt ausgeruht ist. Ich halte es eigentlich für grotesk. Sie [zu Herrn Plasberg] würden doch auch aus dem Flugzeug rausspringen,wenn Ihnen der Pilot erzählen würde, dass er jetzt das fünfte Mal zwischen Köln´und La Palma hin- und her geflogen ist."
Herr Plasberg: "Ich würde auch aus dem OP rollen, wenn ich's könnte."
Herr Montgomery: "Und deshalb ist die Aussage falsch, dass der MB das will. Es ist das, was in diesem riesigen Paket -und wir reden hier in der Tat wirklich immer nur über Geld - und wir haben aber ein riesiges Paket verhandelt, und in diesem Paket sind diese Dinge auf Wunsch der Arbeitgeber mit drin. Ich wäre heilfroh, wenn es uns imInteresse der patienten gelänge, diese 24-Stunden-Dienste abzuschaffen, weil die sind eine Schinderei für die Ärzte und eine Gefahr für die Patienten."<< _____________________________________________________________________________
Sehr geehrter Herr Dr. Montgomery, da fehlen mir die Worte, obwohl ich sonst eigentlich nicht auf den Mund gefallen bin.
Die Zitate meines Beitrags http://www.aerzteblatt.de/v4/foren/beitrag.asp?id=66833 stammen aus dem Abschnitt ">Klinikarzt vs. Busfahrerin", Minute 69:07 bis 73:40 aus der Sendung "Hart aber fair" vom 17. Mai 2006:
Dort wird ein 24-Stunden-Dienst eines Chirurgen gezeigt, der morgens um 8 Uhr zu arbeiten begonnen hat und nachts zwischen 3.30 Uhr und 5 Uhr einen Patienten nach einem Verkehrsunfall operieren muss.
Und dazu sagt Herr Montgomery:
"Ich wäre heilfroh, wenn es uns im Interesse der Patienten gelänge, diese 24-Stunden-Dienste abzuschaffen, weil die sind eine Schinderei für die Ärzte und eine Gefahr für die Patienten."
"In diesem Paket sind diese Dinge auf Wunsch der Arbeitgeber mit drin."
"Die Arbeitgeberseite besteht darauf, weil sie Flexibilität haben will, möglichst viele Bereitschaftsdienste mit zu inkorporieren in den Vertrag. Wir wollen das eigentlich nicht."
Und für so etwas sollte ich noch höhere Kassenbeiträge bezahlen? Da fühle ich mich als Patientin aber ganz schön ver.............
und genau das wirst du OMI ver...; doch tröste dich nicht nur du sondern auch der Rest im Lande. Es geht immer nur ums Geld nichts anderes. Die Verkürzung der Arbeitszeit erreicht der Marburger Bund nur dadurch das ärztliche Arbeit TEUER!!! wird und nicht für ein apel und ein Ei zu haben ist. Erst dann entsteht der Druck der nötig ist um die Strukturen zu ändern. Solange es billiger ist in den 24-Stunden Diensten einen Arzt auch für andere, also nicht ärztliche Tätigkeiten zu missbrauchen ( weil es teurer ist z.B. eine Stationssekretärin einzustellen) werden die Krankenhäuser auf 24-Stundendienste oder besser wieder 36-stundendienste bauen. Wenn dabei ein PATIENT HOPS GEHT IST SOWIESO DER ARZT IN DER VERANTWORTUNG und wird zur Rechenschaft gezogenNicht das Krankenhaus, nicht die Pflege nur der Arzt der das Messer in der Hand hatte.
ja, wir werden alle verar§cht. habe leider momentan nicht viel zeit,um mehr dazu zu sagen, muss zu einem arzttermin (nur vorsorge), den ich vor schreck über herrn doktor montgomerys pläne fast vergessen hatte. gruß, L.
>Solange es billiger ist in den 24-Stunden Diensten einen Arzt auch für andere, also nicht ärztliche Tätigkeiten zu missbrauchen ( weil es teurer ist z.B. eine Stationssekretärin einzustellen) werden die Krankenhäuser auf 24-Stundendienste oder besser wieder 36-stundendienste bauen.<
Deshalb muss ein deutlich höheres Grundgehalt gefordert werden (wird ja auch gemacht), dadurch würde der Stundenlohn so hoch, dass die Krankenhäuser auf effizienteren Einsatz der Ärzte achten würden.
>Wenn dabei ein PATIENT HOPS GEHT IST SOWIESO DER ARZT IN DER VERANTWORTUNG und wird zur Rechenschaft gezogenNicht das Krankenhaus, nicht die Pflege nur der Arzt der das Messer in der Hand hatte.<
Bei Piloten und LKW-Fahrern wird wohl deshalb mehr auf das Einhalten des AZG geachtet, weil ein heruntergefallenes Flugzeug oder ein auf der Autobahn umgekippter LKW eher auffällt als eine Panne im Krankenhaus.
>Marburger Bund zufrieden mit Engagement der Ärzte bei den Streiks > Donnerstag, 18. Mai 2006 http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/24243
<"Sehr zufrieden“ ist die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) mit den bisherigen Streiks der Ärzte an den Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern<
Sind die Ärzte auch sehr zufrieden mit dem Marburger Bund, vor allem mit der Argumentation, mit der in der Öffentlichkeit die Forderung nach 30 Prozent Erhöhung des Grundgehalts vertreten wird? Ich würde anders argumentieren.
Ärzteschaft im Umbruch: Die Ausbeutung der Arbeitskraft und die Überlastung insbesondere junger Ärztinnen und Ärzte hat das Deutsche Ärzteblatt in mehreren Beiträgen thematisiert. Auch auf dem 104. Deutschen Ärztetag in Ludwigshafen war es ein zentrales Thema. Der Druck dürfe nicht weiter von oben nach unten weitergereicht werden, hieß es. Dieses Forum soll den Ärzten als Plattform für den persönlichen Erfahrungsaustausch dienen. Wir bitten, dabei auf persönliche Verunglimpfungen und insbesondere auf Namensnennungen zu verzichten. Die Redaktion behält sich vor, derartige Beiträge zu entfernen