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am Dienstag, 15. August 2006 um 16:55
 

Erstaunliche Weisheit!

Guten Tag,

das ist ja mal eine treffende Feststellung. Es ist tatsächlich so, dass die Ärztedichte nicht wesentlich zu einer besseren gesamtgesellschaftlichen Gesundheit beiträgt. Aus epidemiologischer Sicht viel wichtiger sind hygienische Lebensverhältnisse. Und um Kritikern das bisschen heiße Luft aus den Segeln zu nehmen: Ja, auch ich weiß, dass es in Bangladesh weniger Ärzte auf 100.000 Einwohner gibt. Und, welch Wunder! Die gesundheitliche Situation der Menschen ist doch tatsächlich schlechter als in Deutschland.
Solch abstruse Argumentation ändert nichts daran, dass Ärzte (und insbesondere Fachärzte) nicht in allzu großer Dichte notwendig sind.

Es ist natürlich hart, sich als Arzt einzugestehen, dass man mit seinem Gewerbe nicht zwingend die Menschheit rettet...da ging´s mir nicht anders.

Gruß, AA
am Dienstag, 15. August 2006 um 18:12
 

@Arztantagonist

Richtig ist dass, die Arztdichte nichts mit der Gesundheit der Bevölkerung zu tun hat. Würde man in einem Gebiet 500 Urologen einsetzen und keinen anderen Arzt, dann wäre das Ergebnis hunderte von mit falscher Indikation operierte Prostatas und die Bevölkerung wäre schlechter versorgt, als wenn man für die gleiche Zahl von Menschen 10 Allgemeinmediziner einsetzen würde. Und darum müsste sich ja die Gesundheitspolitik drehen: Wieviel Fachärzte braucht man eigentlich und muss jeder Patient direkten Zugang zum FA haben? Muss jeder Radiologe ( abgesehen von ökonomischen und abrechnungstechnischen Gründen) ein MR oder CT haben. Reicht nicht ein normaler RTG-Apparat nicht auch. Brauchen wir für jeden Scheiss einen Notarzt, oder reicht es nicht den Rettungswagen mit Rettungassistenten zu schicken. Brauchen wir so viele RT-Hubschrauber? Eine Unterarmfraktur kann auch mit dem Taxi ins Krankenhaus. Da brauchen wir keinen Hubschrauber. Brauchen wir so viele Transplantationen? Brauchen wir so viele Psychotherapeuten? Als ich Kind war habe ich darüber gewitzelt, aber heute gibt es ja keinen der was auf sich hält und nicht zum Psychotherapeuten geht. Ist schon wie in den USA.
Es ist ja die Frage: Brauchen wir die Hightech-Medizin, die so viel Geld verschluckt, oder wäre es nicht besser das in eine patienten zentrierte Medizin zu setzten.
am Dienstag, 15. August 2006 um 19:02
 

Das mit den 500 Urologen ...

ist echt witzig. Male mir das gerade aus. Laedt zu interessanten Witzen ein der Marke: "Kommt die Frau zum Urologen ..." Reicht aber schon einer aus - im sogenannten hausaerztlichen Notdienst naemlich. Ist dann ebensogut, wenn der Gynaekologe zum kranken Opa kommt, oder gar der Kinderpsychiater -kein Witz, sondern (fast) medizinischer Alltag. Wo? In D, wo sonst?
am Dienstag, 15. August 2006 um 19:53
 

All das sind Fragen

um die wir Ärzte uns seit langem hätte kümmern sollen.
(Kommunal)politiker -zumindest was die Krankenhausdichte
betrifft- haben das Gesundheitssystem, so wie es jetzt ist,
aufgebaut, ohne die Ärzte groß zu fragen. Und die Ärzte waren`s
zufrieden! Wir hätten spürbaren Widerstand leisten müssen, als
die Politik ärztlichen Sachverstand bei wichtigen
Grundsatzentscheidungen ausschloss und Vertreter der
Ärzteschaft der Zutritt zu den Verhandlungsräumen buchstäblich
verweigert wurde. Spätestens jetzt müssen wir das Feld
zurückgewinnen.Allein mehr Geld zu fordern, reicht da nicht aus!
am Dienstag, 15. August 2006 um 20:19
 

"Allein mehr Geld zu fordern" ...

Teile diese Meinung. Aber mal ganz ehrlich: Ist die Aerzteschaft an einer offenen Diskussion ueber Umstrukturierung des Gesundheitswesens interessiert? Verfuegt sie ueber Persoenlichkeiten, gestaltend in eine solche Diskussion einzugreifen?
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Der Nachwuchs geht

Viele Nachwuchs­forscher in der Medizin verlassen Deutschland, um dauerhaft in den USA oder in Groß­britannien tätig zu werden. Im Gegen­satz zu Deutschland könne man dort als Arzt klinische Tätigkeit und Wissen­schaft miteinander in Einklang bringen. Wie beurteilen Sie die Rahmen­bedingungen für medizinische Forschung in Deutschland? Ist in den USA und in Großbritannien wirklich alles besser? Mit welchen Maßnahmen könnte der Forschungs­standort Deutschland an Attraktivität gewinnen?

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