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am Montag, 9. April 2007 um 14:11
 

Senf dazu

Es mag tatsaechlich etwas polemisch klingen, w i e Kollege top doc schreibt, aber w a s er schreibt ist es nicht, sondern leider, leider die Realitaet. War selber die letzten Jahre dort drueben und kehrte im letzten August wieder nach D zurueck, durfte aber noch erleben, wie das System alles ins Chaos und viele tausende Trainees in schiere Verzweiflung gestuerzt hat. Als ALS Ausbilder bin ich auch jetzt noch immer wieder dort taetig und habe von Mal zu Mal den Eindruck, dass es immer schlimmer und unuebersichtlicher wird in den Kliniken. Traurig, sehr traurig, denn es ist fuer uns Deutsche ein wesentlicher Hoffnungstraeger der med. Ausbildung weggebrochen und die Moeglichkeiten, dem bekloppten deutschen System der Nichtweiterbildung zu entfliehen, sind noch geringer geworden.
Im Uebrigen wird den Veteranen des Forums vielleicht auffallen, dass top doc noch vor drei bis vier Jahren hier um deutsche Kollegen - v.a. um juengere Assistenten - geworben und hier Stellenangebote fuer UK gepostet hat. Davon nun das komplette Gegenteil zu schreiben, tut man wahrscheinlich auch nur aus Spass an der Provokation.
Ostergruesse, s
am Montag, 9. April 2007 um 22:40
 

Ich gebe auch mal meinen Senf dazu!

Hör auf Deinen Bauch! Wenn Du jetzt bereits eine vorsichtige Ahnung hast, Du könntest das Studium und die Alltagswirklichkeit als Ärztin später bereuen, dann kämpfe nicht gegen Dich selbst an. Ich habe dies leider immer getan, immer die Augen aktiv zugemacht, und bin in die Katastrophe gerauscht. Suboptimal habe ich mich bislang im deutschen System durchgebissen. Aber, ich gebe zu bedenken, die Verhältnisse waren vor Jahren auch noch etwas besser. Besserung ist jetzt nicht mehr in Sicht. Und, egal, was Dir hier von einzelnen "wackeren" Medizinern erzählt wird bzgl. zukünftiger Chancen als Arzt in Deutschland: Es ist alles Blödsinn! Wenn es unbedingt Medizin sein muss, dann geh ins Ausland. Und zwar SOFORT, bereits im Studium!
Alles Gute
Mabuse
am Dienstag, 10. April 2007 um 01:32
 

sein wir mal objektiv

um das beste aus der situation zu machen. ein med studium bei dem man sich bereits vor abschluss im klaren ist dass man nicht aerztlich tateif sein moechte kan durchaus sinnvoll sein - wenn man noch jung genug ist. es ist ein guter titel-lieferant! also: schnellstens promotion machen, moeglichst nicht-klinische auslands famulaturen machen und nicht klinische kontakte knuepfen, examen irgendwie ueberstehen und dann sofort weg aus der medizin! med school absolventen haben z.b.hier in england sehr gute chancen auf dem nicht-medizinischen arbeitsmarkt - im angelsaechsischen raum ist man "graduate" - das fach legt einen da noch keineswegs so fest wie in d-land.
sich einfach auf alle moeglichen "graduate jobs" bewerben - das klappt! allerdings nicht fuer studienabsolventen ueber 30 ...
am Dienstag, 10. April 2007 um 08:56
 

@top doc - Don`t worry....

Hi Top!

Nachträglich noch frohe Ostern.
Meine Info`s sind relativ neu, habe erst letzte Woche zwei Kollegen nach GB verabschiedet. Die brauchten Ausdauer und auch Geduld, aber sie haben es geschafft.
Ich habe ja auch geschrieben, daß ich Irland eindeutig den Vozug geben würde, wenn ich mich entscheiden müßte.
Die Frage, ob ich eine Arbeit mag oder nicht, ist gerade in unserem Job immanent wichtig.
Wenn es mich ankotzt, wo ich bin, wird auch die Qualität der Arbeit darunter leiden.
Man muß suchen und sich bemühen, aber unmöglich ist es nicht.

Kate
am Dienstag, 10. April 2007 um 09:22
 

ein Witz

Zitat:
"Wenn es unbedingt Medizin sein muss, dann geh ins Ausland."

Mit Verlaub...aber diesen Satz kann ich nicht mehr hören. Denn er stammt meist von Leuten, die so sind, wie Sie sich selbst beschrieben haben:
Augen zu und durch. Nicht denken, nicht fordern, nicht mal aufmüpfig gegenüber unserem System sein.
Das ist genau DER Menschenschlag, der uns, die wir jetzt ins Berufsleben eintreten, die aktuellen Zustände beschert hat. Selbst in keinster Weise etwas geändert, und ganz schlimm: immer noch nicht änderungswillig. Aber der Nachwuchs soll es ausbaden und sich ins Ausland absetzen. Vielen Dank für Ihre aktive Mitarbeit!!! Wie wäre es, wenn Sie auch mal etwas für eine Änderung der Zustände tun würden?
Dem Nachwuchs zu empfehlen, ins Ausland zu gehen ist mir zu passiv, und je mehr Jasager, die jahrzehntelang motzig im deutschen System arbeiten und kuschen, desto übler wird mir bei dem Auswanderungsratschlag.
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