erdi hat im Krankenhausbereich Steigerungen der Wochenarbeitszeit vermeiden können. In VKA Ost bleibt es bei 40h/Woche, VKA West Baden-Württemberg 39h/Woche und im übrigen VKA West 38,5 h/Woche. Die Lohnsteigerungen sind im Krankenhausbereich: a) 50 EUR/Monat mehr ab 1.1.2008 b) 1,6% mehr ab 1.1.2008 c) 4,3% mehr ab 1.1.2009 d) Einmalzahlung 225 EUR im Januar 2009 e) Anhebung der VKA-Ost Tarife auf 100% Westniveau ab April 2008 f) 2 kl. Kröten, die aber nur für VKA West ohne Bad.-Wü. gelten: 10 EUR Zulagenkürzung, 1% Leistungsentgeltminderung
Wenn wir mal Punkte d) und f) außer Betracht lassen, so würden folgende Gehaltserhöhungen Für Assistenzärzte im 1. Ausbildungsjahr realisiert (Entgeltgruppe 1, Stufe I): VKA West: EUR 3420 auf EUR 3677 ab 1.1.2009, das sind 7,5% mehr bei gleicher Arbeitszeit VKA Ost EUR 3317 auf EUR 3677 ab 1.1.2009, das sind 10,9% mehr bei gleicher Arbeitszeit
Der Marburger Bund fordert derzeit 3750 EUR für Assistenzärzte im 1. Jahr, allerdings ist auffällig, dass er sich gegen eine Wochenarbeitszeiterhöhung von 1,5 Stunden (=Gehalts- Kürzung um 4,3% incl. Überstundenzuschlag) gar nicht mehr wehrt.
Fazit: 7,5% mehr, volle Westangleichung im Osten und absolut unveränderte Wochenarbeitszeit sind jetzt die Messlatte für den MB. Wenn das nicht mindestens rausspringt, hat diese Gewerkschaft ihre Daseinsberechtigung verloren.
Das sehe ich auch so. Die nächste Verhandlungsrunde muss (nochmals) klarstellen, dass eine nochmalige Arbeitszeitverlängerung genauso inakzeptabel ist, wie eine "leistungsgerechte Vergütung" (Man behält Lohn ein, um ihn dann nach Gutdünken?? zu verteilen).
"Zulagen" für besondere Leistung zusätzlich zum Lohn kann ich mir vorstellen, etwa falls eine Ärztin/ein Arzt zustimmt 60h/Woche (opt-out) zu arbeiten, oder 24h Dienste machen soll...
- Ja ich weiß, dass dies noch immer schlichtweg "erwartet" wird, obwohl diese Punkte die persönliche Zustimmung erfordern (und man sich eigentlich GESCHLOSSEN dagegen entscheiden sollte..)
Schön, dass wir uns einig sind - aber den MB schert es wohl eher nicht... Vor erneutem Verhandlungsbeginn ließ der VKA durchsickern, dass er etwa 5% Gehaltssteigerungen plus Einmalzahlungen bei Beibehaltung der wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden anbietet. Die Verhandlungen selbst dauerten dann von Donnerstag bis Freitag 28 Stunden – was nichts Gutes erahnen lässt. Offenbar geht es nicht nur ums Geld, sondern möglicherweise um eine Mogelpackung, die Arbeitszeitverlängerungen mit einbindet.
Den schwierigen Ausgangspunkt bei den Verhandlungen hat sich der MB selbst zuzuschreiben: Wer vor 2 Jahren den MB-Vertrag mit 15-20% mehr für die Ärzte bejubelt und jetzt kleinlaut gegenüber dem Verhandlungspartner verkündet, es wären doch nur 1,7% mehr gewesen macht sich nicht glaubwürdiger, ich zitere den MB auf seiner Homepage: „Beispiel: Ein 32-jähriger verheirateter Assistenzarzt verdiente im Bundes-Angestelltentarifvertrag (hochgerechnet auf eine 40-Stundenwoche) jährlich samt Weihnachts- und Urlaubsgeld 47.193 Euro. Nach dem arztspezifischen Tarifvertrag sind es nun 48.000 Euro. Er erhält also gerade mal 1,7 Prozent mehr“ Dieses Beispiel stimmt gleich 2 mal nicht, denn zum einen bekommt ein „Durchschnittsarzt“, der mit 29 einsteigt mit 32 lt. TVÖD erst 45120 EUR und nicht 48000 EUR. Zum anderen hat der Durchschnittsarzt im BAT 0,8 Kinder, für die er dann im statistischen Schnitt noch mal 928,99 EUR bekäme – mithin hat der MB 2006 für diesen 32-jährigen, statistischen Durchschnittsarzt keine 1,7% Gehaltserhöhung, sondern ein Minus von 7,8% rausgeholt. Bei älteren Assistenten sieht es noch schlechter aus. Aber das zuzugeben wäre ja nur peinlich…
Was eine Arbeitszeiterhöhung anbelangt, so wäre dies – nachdem zuletzt vom VKA signalisiert wurde, auf selbige verzichten zu wollen – ein dreistes Hintergehen des MB-Mitglieder, wenn nun der MB selbst diese wieder ins Spiel brächte.
5 Argumente dagegen: 1. AZ-Verlängerung wird letztlich mit Stellenkürzung und erhöhter Arbeitsdichte für die verbliebenen Kollegen beantwortet. 2. Eine noch stärkere Entkopplung der Wochenarbeitszeit vom Rest der Krankenhausmitarbeiter – die ja jetzt weiter 38,5 h (VKA West) arbeiten dürfen, bedeutet Probleme etwa bei Betriebskindergärten etc. Wenn die Ärzte künftig Donnerstagabend oder Freitag wesentlich länger als alle anderen mitarbeiter im Krankenhaus arbeiten müssen, müssen teure private Kinderbetreuungsmöglichkeiten organisiert werden. Ebenso trifft es Wochenendpendler, die statt früh am Freitagnachmittag die Heimreise antreten zu können, dann noch später oder evtl. gar nicht mehr nach Hause können. 3. Einige KollegInnen werden gezwungen sein, dann auf Teilzeitverträge auszuweichen – dies bringt dann aber nicht nur Gehaltseinbußen, sondern auch Probleme bei der Weiterbildung mit sich, sofern der AG da überhaupt mitzieht. 4. Neben der regelmäßigen Arbeitszeit haben fast alle noch Bereitschaftsdienste/Rufbereitschaft. Selbst wenn dann noch Überstunden anfallen, kann man diese etwas freier für sich passend verteilen (Stichwort: Briefe diktieren), was mit einer festen Arbeitszeiterhöhung statt Überstunden dann nicht mehr geht. Gerade im VKA-Bereich ist anders als an der Uniklinik auch eher der Wunsch vorhanden, keine Forschung etc. und erträglichere AZ zugunsten der Familie haben zu können. Dies darf der MB nicht durch weitere AZ-Erhöhungen kaputt machen. 5. Die Strategie des MB, mit höherer AZ bessere Gehaltssteigerungen zu erkaufen, ist kurzsichtig. Bei der nächsten Runde halten einem die AG dann nur die Gehaltssteigerung vor, an die AZ-Verlängerung denkt dann keiner mehr. Und dann nochmals einen draufzupacken, bedeutet dann Wiedereinführung der Samstagsarbeit für Ärzte.
Fazit: Den Metallern gelangen 5,2% mehr in 2008, Verdi hat für KH-Beschäftigte 3-4% pro Jahr herausgeholt – beide Gewerkschaften bei GLEICHER ARBEITSZEIT. Derzeit liegt die Inflationsrate bei 3,2%, alles darunter bedeuten Reallohnverluste. Also müssen wir Ärzte auch 3-4% pro Jahr, bzw. 6-8% auf 2 Jahre BEI GLEICHER ARBEITSZEIT mindestens bekommen.
zu bestimmten Konditionen zu arbeiten. Nun komme mir keiner mit Tante, Kinder, Meerschwein, Haus und Hof. Es hat ja jeder gewußt. Diese kaufen sich eben eine soziale Sicherheit für weniger Geld. Als einer, der mehrfach umziehen musste und erst mit 43 in den Genuß? eines unbefristeten Vertrages kommt, hat man sich ein gewisses Grundmisstrauen gegenüber Arbeitgebern erarbeitet.
und wenn er gleich die Wahrheit spricht. Wenn der MB wenigstens gleich die Wahrheit gesprochen hätte, aber nicht mal dazu war er fähig, dann hätte er ja einen Gesichtsverlust vor seinen Migliedern gehabt und seinen Erfolg nicht feiern können.
Leider sind so viele angestellte Ärzte unfähig zu rechnen. Darauf baut der MB. Für mich war er dreist und er wird dreist bleiben! Wer sollte ihn denn daran hindern? Die wenigen Kollegen die denken können so wie Sie? Hoffnungslos!
Eigentlich müsste jetzt DRTom seinen Kommentar abgeben, der dann lautet, dass der MB nur sein bestmögliches gegeben hätte und die Situation halt so schlecht war, dass nichts besserers rauszuholen war, dass es beim nächsten mal vielleicht besser wird und dass ohne MB gar nichts läuft.
Für mich war nach der ersten Schlappe klar: Raus aus dem MB. Dann war mir klar, weg ins Ausland (in die Schweiz).
Natürlich wird niemand gezwungen zu bleiben, aber ich habe meine Hochachtung vor denen die bleiben und aufklären, so wie Sie. zweifle nur am Erfolg wegen mangelnder Mitbeteiligung....
Ärzteschaft im Umbruch: Die Ausbeutung der Arbeitskraft und die Überlastung insbesondere junger Ärztinnen und Ärzte hat das Deutsche Ärzteblatt in mehreren Beiträgen thematisiert. Auch auf dem 104. Deutschen Ärztetag in Ludwigshafen war es ein zentrales Thema. Der Druck dürfe nicht weiter von oben nach unten weitergereicht werden, hieß es. Dieses Forum soll den Ärzten als Plattform für den persönlichen Erfahrungsaustausch dienen. Wir bitten, dabei auf persönliche Verunglimpfungen und insbesondere auf Namensnennungen zu verzichten. Die Redaktion behält sich vor, derartige Beiträge zu entfernen