Obwohl, _dieser_ Schulträger war wenigstens ehrlich und hat mir gleich reinen Wein eingeschenkt.
Ich bin dann später tatsächlich bei einer anderen kirchlichen Privataschule gelandet, die sich auch bei MIR beworben hatten, nachdem sie von einem Informanten meine Privatadresse bekommen hatte.
_Diese_ Schule war in einer sehr attraktiven Stadt und der Schulleiter hat mir beim Vorstellungsgespräch das Blaue vom Himmel runter versprochen. Super Arbeitsbedingungen, maßgeschneidert nach meinen Wünschen. Das klang so attraktiv, dass ich unterschrieben und dafür drei Stellen an staatlichen Gymnasien abgesagt habe.
Beazahlt haben sie das Übliche (volle BATIIa-Stelle), aber bei denArbeitsbedingungen haben sie kein einziges ihrer Versprechen gehalten. Eines der "Bonbons" waren Klassen mit 40 !!! Schülern mitten im Pubertätsalter. Als ich dann nach zwei Monaten mitbekommen habe, was die sonst noch alles - entgegen sämtlichen Absprachen - mit mir vorhatten, hab ich sofort gekündigt.
Und das, was ich dort an Doppelmoral mitbekommen habe, hat mich damals zum Kirchenaustritt motiviert.
Ob ihr es wollt oder nicht. Wie es konkret aussieht kann man ja heute nicht sagen. Es wurde ja ein Artikel bereits publiziert, der das Diakonische Werk als Träger benannt hat. Damit haben die KV-en im Endeffekt ausgedient. Grosse Träger werden mit den Krankenkassen verhandeln. Der Damm ist gebrochen und Fakten sind geschaffen worden. In Grossstädten werden wohl noch spezialisierte Einzelpraxen oder kleinere Gemeinschaftspraxen überleben. Es wird Zeit, dass sich die Ärzteschaft auf diese Neuerung einstellt. Der Marburger Bund, den ich ja immer aufs heftigste kritisiere, hat es aber geschafft sich zumindest teilweise zu profilieren. Eine "Lohnverhandlung" als einzelner Arzt gegenüber einem Konzern ist eine Farce. Das sieht man hier in Schweden. Das alte römische Prinzip: Teile und herrsche. Auf der anderen Seite haben MVZ ihre Chancen für Ärzte. Das wird schon auf die konkreten Bedingungen ankommen, wie es dann gestaltet wird. Für mich persönlich würde D wieder wesentlich attraktiver werden. Allerdings: Uns gefällt es in Schweden, ich habe einen tollen Arbeitsplatz, habe nette Kollegen, meinen Kindern gefällt es super, die Schule ist gut und wir haben im Gegensatz zu D unsere Sicherheit und ein relativ gesichertes Auskommen. Nachteil: Das Landsting bestimmt im wesentlichen die Therapie. Meiner Meinung grosser Nachteil für die Patienten, da hier ökonomische Gesichtspunkte eine immer grössere Rolle spielen und z B. Therapien bei MS aus ökonomischen Gründen entweder gar nicht durchgeführt werden, oder stark zeitlich verzögert. Das kratz ein wenig an meinem ärztlichen Ideal.
Schimpft nur weiter so auf die MVZ. Der Trend laesst sich nicht stoppen. Ist denn eine schwedische vaardcentral soooo verschieden, oder die britischen Health Centres mit mehreren viel vielen GPs?
Im uebrigen werden in dem von mir hier zitierten Artikel in der Aerztezeitung 3 Kollegen mit Namen genannt, die alle sehr zufrieden mit ihrer Arbeit am MVZ zu sein scheinen. Hat das keiner bemerkt? Spricht denn so ein von mittelalterlichen Paepsten ausgebeuteter aerztlicher Lohnknecht?
Leute, lasst die Kirche im Dorf und hoert erst einmal zu, bevor ihr hier auf dem Forum herumlaestert.
Viele Nachwuchsforscher in der Medizin verlassen Deutschland, um dauerhaft in den USA oder in Großbritannien tätig zu werden. Im Gegensatz zu Deutschland könne man dort als Arzt klinische Tätigkeit und Wissenschaft miteinander in
Einklang bringen. Wie beurteilen Sie die Rahmenbedingungen für medizinische Forschung in Deutschland? Ist in den USA und in Großbritannien wirklich alles besser? Mit welchen Maßnahmen könnte der Forschungsstandort Deutschland an Attraktivität gewinnen?