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am Mittwoch, 1. Oktober 2008 um 19:46
 

mit Kindern in NL

Kennt sich jemand aus mit Kindergarten/Krippe in NL? Habe was von horrenden Preisen (1000 Euro/mon) gelesen, aber anscheinend gibt es da auch Zuschüsse von den Gemeinden. Auch für Deutsche in NL? Und ist es schwierig, einen Platz zu bekommen?
Zur Schule: sind wirklich auch die privaten Schulen (z.B. Montessori) kostenlos? Wie findet man eine gute und wie lange im voraus muss man die Kiddis anmelden, um einen Platz in einer guten Schule zu bekommen?
Bin sehr dankbar für alle Infos und Erfahrungsberichte!
am Mittwoch, 1. Oktober 2008 um 22:42
 

Kinder in NL

Kinderbetreuung (kinderopvang) ist eher noch teurer, bei voller Kitanutzung liegst Du da durchaus bei 1450€. Zuschuss von bis zu 2/3 ueber den belastingdienst, also das Finanzamt. Real sind etwa 40%, je mehr Kinder desto dichter am Maximalbetrag.
Da Kinder hier mit dem 4. Geburtstag eingeschult werden, brauchst Du dann nur noch buitenschoolse opvang, das kostet dann wegen der geringeren Zahl an Stunden hoechstens die Haelfte (immer mit ca. 5,50€ pro Stunde rechnen). Natuerlich kriegst Du auch als Auslaender den Zuschlag, musst aber fuer Dich und Deine Familie sowieso erst sogenannte burgerservicenummern beantragen. Das ganze dauert ziemlich lang und ist unglaublich buerokratisch, aber nicht zu vermeiden, man braucht die echt fuer beinah alles.
Wartezeiten bestehen ueberall, daher frueh anmelden, bei anderen Eltern umhoeren, welche Schulen einen guten Ruf haben.
Montessori ist eine von vielen moeglichen Regelschulen und daher kostenlos, allerdings wird in der Regel ein Elternzuschuss von einigen hundert Euro pro Jahr erwartet, daran sollte es aber wirklich nicht scheitern. Eine andere Geschichte sind International, Deutsche, Franzoesische Schule, da bezahlt man meines Wissens ca. 500€/Monat und Kind.
Frueh und bei verschiedenen Kitas/Schulen anmelden, machen die Eingeborenen auch so. Fuehrt zu schwachsinnig langen Wartelisten, aber entsprechend sind die auch relativ zu betrachten. Mit Geduld und immer wieder bei der Sekraeterin auflaufen wird das schon. Nerven behalten. Insgesamt hast Du es mit einem ueberaus kinderfreundlichen Volk zu tun.
am Freitag, 3. Oktober 2008 um 20:31
 

Danke und noch was...

Danke, danke, danke!
Bei drei Kindern hätten wir schon gerne zumindest eine Übersichtsrechnung über die Mehrkosten, bevor die Entscheidung fällt. Wie sind den die üblichen Betreuungszeiten in so einem kinderopvang? Und kann man es auch in Teilzeit buchen, z. B. nur 3-4 Tage in der Woche? Und von wann bis wann geht die Schule in den ersten 1-3 Jahren, für welche Zeit braucht man also den buitenschoolse opvang?
Und noch mal zu den Wartezeiten: reicht es, die Kinder ca. im März/April für die Krippe/Schule anzumelden?
Nochmal herzlichen Dank im Voraus für alle Antworten!
am Montag, 6. Oktober 2008 um 19:03
 

kinderopvang

>Danke, danke, danke! Bei drei Kindern hätten wir schon gerne zumindest eine Übersichtsrechnung über die Mehrkosten, bevor die Entscheidung fällt.

Graag gedaan. Wie gesagt, je mehr Kinder, desto dichter bei 2/3 der echten Kosten. Du kannst es aber selbst unverbindlich berechnen: http://www.toeslagen.nl/reken/kinderopvangtoeslag/
Dabei musst Du etwa 5,60€ pro Stunde veranschlagen, das Jahresgehalt mit 150000 angeben (fuer Psychiater natuerlich weniger, denn die arbeiten praktisch nie mehr als 36 Wochenstunden, oftmals auch ohne Dienste). Ich wuerde mal von mindestens 40% Zuschlag zu den opvangkosten ausgehen.

>Wie sind den die üblichen Betreuungszeiten in so einem kinderopvang?

Kita (Creche): Etwa 7:30 – 18:30, ab ungefaehr 12 Wochen bis vier Jahren. Gruppen gehen von 0-2 und von 2-4 Jahren.
Buitenschoolse opvang 7:30 bis 8:30 (dann beginnt die Schule), nachmittags von 15 Uhr bis 18:00. Voorschoolse opvang wird nicht ueberall angeboten, obschon gesetzlich vorgeschrieben (liegt an der oftmals mangelnden Nachfrage). Kann man meistens mit “gastouders” loesen, die in der Naehe der meisten Schulen vorhanden sind.
>Und kann man es auch in Teilzeit buchen, z. B. nur 3-4 Tage in der Woche?

Das ist sogar sehr ueblich, da viele Muetter hier Teilzeit arbeiten, einige Vaeter auch. Besonders der Mittwochnachmittag gehoert Mami/Papi.
>Und von wann bis wann geht die Schule in den ersten 1-3 Jahren, für welche Zeit braucht man also den buitenschoolse opvang?

Da gibt es keinen Unterschied zu den aelteren Kindern, also 8:30 bis 15:00. Keine Angst, das ist erstaunlich unproblematisch. Am Anfang hat es sowieso mehr Vorschulcharakter, die Kinder sind da echt nicht uebervordert (nebenher lernen sie in drei bis vier Monaten die Sprache).

>Und noch mal zu den Wartezeiten: reicht es, die Kinder ca. im März/April für die Krippe/Schule anzumelden?

Das ist sicherlich regional sehr unterschiedlich, meistens klappt das auch dann noch. Ansonsten kann ich nur sagen: hoe eerder hoe beter. Je eher, desto besser.
Ihr werdet am Anfang allerdings reichlich Nerven lassen, bevor das dann in trockenen Tuechern ist. Und nach einem halben Jahr kommt der Emigrantenblues, da es sich dann nicht mehr anfuehlt wie Urlaub. Keine Sorge, ein kurzer Abstecher von ca. drei Wochen in die alte Heimat und Du weisst wieder, warum Du weggegangen bist.

am Montag, 6. Oktober 2008 um 21:33
 

nochmals danke

Nochmals vielen Dank für die Infos! Und gegen den Emigranten-Blues helfen wohl am besten einige mails von den alten Kollegen oder wie heisst es bei den Bremer Stadtmusikanten: Etwas besseres als den Tod findest Du überall!
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