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am Sonntag, 16. Oktober 2011 um 07:37
 

Alleinunterhalter

Vielen Dank für die einzige nicht-deprimierende Antwort. Ich habe das Gefühl, dass eine sachliche und rationale Diskussion um das Thema Niederlassung und Einkommen nur schwer möglich ist. Ausland ist aus privaten Gründen für mich keine Option, daher gibt es in D neben einigen wenigen Ausnahmen nur der Weg in der Klinik, in der Regel als oa, oder die Niederlassung. Würde mich freuen, wenn ein weiterer Austausch per mail möglich wäre: medicalstudent@gmx.com danke.
am Sonntag, 16. Oktober 2011 um 11:25
 

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Vielen Dank für die einzige nicht-deprimierende Antwort. Ich habe das Gefühl, dass eine sachliche und rationale Diskussion um das Thema Niederlassung und Einkommen nur schwer möglich ist. Ausland ist aus privaten Gründen für mich keine Option, daher gibt es in D neben einigen wenigen Ausnahmen nur der Weg in der Klinik, in der Regel als oa, oder die Niederlassung. Würde mich freuen, wenn ein weiterer Austausch per mail möglich wäre: medicalstudent@gmx.com danke.
Hallo Medicalstudent

ich würde solch eine Entscheidung nicht aufgrund der persönlichen Erfahrung anderer Menschen treffen, da deren Hintergründe immer anders sind als Deine und sich die aktuelle Situation (politisch/wirtschaftlich) verändern kann.
Treff die Entscheidung allein nach Deiner Vorliebe für den Fachbereich und evtl. danach, ob Du Dir vorstellen kannst, langfristig im KH zu arbeiten oder eher Dein eigener Chef/Chefin sein möchtest. Man sollte bedenken, dass auch Leute, die sich eine langfristige KH-Karriere vorstellen konnten, irgendwann dann dochmal die Nase voll hatten und sich niedergelassen haben. Das wäre insofern von Bedeutung, inwieweit sich Dein angestrebter Fachbereich nicht nur im stationären, sondern auch im ambulanten Bereich "spannend" gestalten lässt.
Selbst wenn die Bedingungen für Allgemeinmedizin je nach Bundesland etc. z.Zt. nicht optimal sind, ist es doch ein sehr schönes Fach und Du hast auch mit diesem Facharzt die Möglichkeit, vorübergehend oder langfristig in einer berufliche "Nische" zu arbeiten, wenn Du keine Lust auf das Unternehmerrisiko hast.
am Sonntag, 4. Dezember 2011 um 13:28
 

Sprachliches

wiederholt lese ich vom Hausarzt und erfahre, dass sich dahinter der Facharzt für Allgemeinmedizin versteckt. Nun, ich habe meine Facharztausbildung bereits nach der Weiterbildungsordnung von 1967 (DDR) nach fünfjähriger Tätigkeit in den Fächern Innere, Chirurgie, Pädiatrie, Gynäkologie, Radiologie, Dermatologie, Orthopädie und Hygiene im Krankenhaus und in der Ambulanz mit einer mündlichen Prüfung 1973 abgeschlossen. In der Bundesrepublik gab es zu dieser Zeit noch den praktischen Arzt ohne Weiterbildung, später den Allgemeinarzt, dann den Facharzt für Allgemeinmedizin, den Arzt für Allgemeinmedizin, den Facharzt für Allgemeinmedizin und Innere und letztendlich wieder den Facharzt für Allgemeinmedizin, der aber nur noch Hausarzt genannt wird. Wer sieht da noch durch? Arbeitsrechtlich hatte ich als sogenannter "Nicht-Spezialist" nicht die entsprechende Fach-Eingruppierung nach BAT erhalten, weil ich zwar als Gutachterin im Öffentlichen Dienst, aber sonst sonst nicht "hausärztlich" nach der letzten gültigen Weiterbildungsordnung tätig war. Das Gehalt blieb entsprechend klein. Die Änderungen in den Weiterbildungsordnungen, die sich häufen, sind semantisch für mich nicht nachvollziehbar. Einen Facharzt für Hausarztmedizin gibt es ja nicht und auch nicht eine allgemeinmedizinische Tätigkeit im Krankenhaus. Letzteres könnte mit der Geriatrie möglich werden. Bisher ist für die Gleichstellung oder Gleichachtung der Allgemeinmedizin zu allen anderen Fächern sehr wenig erfolgt, die bestehenden Koordinierungsstellen sind auch keine echten Hilfen für Studenten, die sich der Allgemeinmedizin zuwenden.
am Montag, 26. Dezember 2011 um 21:33
 

Niederlassung

Hallo,
zum Vergleich meine Érfahrung: Nach Lehrjahren mit Innnere Medizin und Psychotherapie bin ich seit 1991 niedergelassen und habe es nie bereut: Meine vier Kinder sind bald groß, gehen auf eine qualifizierte Schule (mit Schulgeld), wir bewohnen ein nettes Eigentum mit großem Garten, für Auto (s) und Biolebensmittel reicht es auch, und bald werde ich voraussichtlich alle Schulden abgezahlt haben.
In der Praxis beschäftige ich einen angestellten Arzt für Allgemeinmedizin, betreibe intensive Psychotherapie mit breiten Übergängen zur Allgemeinmedizin, und bin auch als Hausarzt wohl angesehen.
Die Kombination aus Somatik und Psychotherapie ist ein Glücksgriff, ermöglicht erweiterte Gedankenfreiheit gegenüber diagnostischen Kategorieen und größere Entscheidungsfreiheit gegenüber pharmakologischen Dogmen. Bürokratie ist lästig aber zu leisten. Meine Arbeitszeit beträgt ca 45 Wochenstunden, ich habe sechs Wochen Urlaub und besuche zwei bis drei mehrtätige Fortbildungen.
Nur keine Scheu! Wenn die Leute Sie wirklich interessieren und eigene Fragen dahinter stehen, kann es nicht langweilig werden.
am Dienstag, 24. Januar 2012 um 19:48
 

Anerkennnung

Guten Tag Herr Menne,
Ihr Beitrag hat mich gerade als einer von wenigen sehr ermuntert. Ich habe mich nach langen Überlegungen und einer abgebrochenen klin. Neurologie-WB nun mittels eines KV-Programms in Berlin für Allgemeinmedizin entschieden. Derzeit bin ich bei einem Dermatologen für 6 Monate und wollte anschließend weitere Stationen gem. WB-Ordnung durchlaufen. Jedes Mal, wenn ich den Patienten meine Anwesenheit erkläre, gibt es große Verwunderung, dass der Allgemeinmediziner tatsächlich ein Facharzt wie der Dermatologe auch ist. Zudem habe ich ständig das Gefühl, die Dermatologen behandeln mich wie eine kleine Praktikantin, die mal ein bisschen über die Schulter schauen möchte, die man aber bei heikleren Patienten auch gut nach draußen schicken kann. Ich fühle mich unterfordert, auch wenn meine Fachkenntnisse in dem Bereich sicherlich auszubauen sind und habe wenig Lust, mich nun alle 6 Monate bei Orthopädie, Chirrugie, Pädiatrie wieder aufs Neue in diese Situation zu begeben. Immer wieder Anfänger sein ist nicht gerade einfach, obwohl man es sicher auch positiv sehen könnte, da man immer wieder ganz Neues lernt.
Aber es freut mich zu hören, dass Sie sich ausreichend anerkannt fühlen, denn die geringe Anerkennung des Allgemeinarztes seitens der Patienten und Kollegen bereitet mir viel Kopfzerbrechen.
Viele Grüße
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Vermischtes

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