geändert am 17.03.2012 15:56:58 geändert am 17.03.2012 15:57:43
Fragen rund um den Einstieg als Assistenzarzt
Hallo,
es gibt zwar schon ältere Beiträge zu diesem Thema, aber da sich ja in letzter Zeit einiges verändert hat, bin ich gespannt auf eventuelle neue Informationen zum Thema Facharztausbildung (speziell Allgemeinmedizin oder Chirurgie) usw.
Ich mache jetzt nächsten Monat mein Examen und wollte direkt im Anschluss nach Schweden. Zunächst hatte ich die Hoffnung noch von Rekrutierungsprogrammen im hohen Norden zu "profitieren". Denn leider beschränken sich derzeit meine Sprachkenntnisse noch auf das Nötigste und so viel ich weiß gab es die Möglichkeit bis vor einiger Zeit, dass von dem zukünftigen Arbeitgeber Sprachkurse etc. finanziert wurden. Allerdings hieß es bei Kontakt mit diversen Kliniken, dass es z.T. zwar Stellen geben würde, aber leider aktuell kein Geld mehr.
Kennt ihr vielleicht derzeit noch Möglichkeiten, wo ST-Stellen v.a. in der Allgemeinmedizin oder auch Chirurgie gefördert werden (wo man z.B. noch nicht perfekt Schwedisch können muss)?
Ansonsten muss ich das Problem Schwedisch lernen selbst in Angriff nehmen. Mein Problem ist, dass ich trotz diverser (schlechter) VHS-Kurse und einem kurzen, auch schlechten, Kurs in Schweden eigentlich kaum Schwedisch spreche, auch wenn ich es ganz gut verstehen kann. Es würde aber niemals für ein Vorstellungsgespräch bzw. Patientenkontakt reichen. Jetzt dachte ich, es macht am meisten Sinn im Sommer einen Intensivsprachkurs an der Folksuniversitet zu belegen, um so wirklich mein Schwedeisch verbessern zu können, so dass ich mich dann vor Ort bewerben kann (hoffe, es ist alles etwas leichter, wenn direkt dort ist). Der Nachteil ist, dass dies alles unglaublich viel Geld kosten wird und ich nicht weiß, wie lange ich mit meinem Ersparten auskommen würde. Aus diesem Grund sah ich die oben genannte Option von Stellen, wo vorab noch keine Sprachkenntnisse vorausgesetzt werden, als optimal.
Ansonsten gibt es ja noch kostenlose Sprachkurse, wenn man in Schweden gemeldet ist. Kann ich mich denn theoretisch in Schweden melden und eine Personennummer bekommen, obwohl ich noch keine Arbeit habe, um so von diesen "Eingliederungskursen" profitieren zu können?
Habe von einem tollen Projekt "utbildningsvårdcentral" in Munksfors, Värmland gehört. Hier wird man als ausländischer Arzt für 6 Monate von Mentoren an die Hand genommen. So erhält man einen guten Einblick ins System und wird besser auf alles vorbereitet. Ich finde die Idee toll. Habt ihr davon schon mal was gehört?
Vielleicht habt ihr ja noch andere genrelle Infos, die mir auf meinem Weg nützlich sein können.
Einen ST Platz in Schweden zu bekommen ohne AT wird kaum möglich sein, vor allem wenn du keine klinische Erfahrung hast. Dann solltest du die schwedische Vollapprobation haben bevor du nach S kommst und einen Arbeitgeber der dir einen Sprachkurs an der Folkuniversität und Umzug bezahlt. Der Primärvarden rekrutiert kaum noch in D weil kaum noch einer kommen will ... Ärztemangel gibts doch auch in D ???
also ich kann mich dem nur bedingt anschließen was marc da schreibt, gerade in gefragten fächern ist es kein problem an eine ST-stelle zu gelangen. die sog. "utbildnings-VC" in munkfors ist ein pilotprojekt um ausländische ärzte mit approbation ( die also kein AT machen dürfen ) schneller ins system zu integrieren und hat meines wissens nach viel positives feedback erhalten.
gerade in allgemeinmedizin und psychiatrie ist es am allerleichtesten eine ST-stelle zu bekommen. schwieriger wirds in begehrten fächern. bewirb dich doch einfach mal in munkfors. denn ganz ohne klinische erfahrungen wird zumindest in begehrten fächern sicher schwierig was zu bekommen.
aber worin marc schon recht hat, ist dass man sich jetzt bei weitem weniger erwarten kann in den praktischen dingen als früher (wohnungssuche, sprachkurs, umzugskosten). die schweden haben angefangen anstatt auf deutsche eher auf osteuropäer, russen und ärzte aus mittelost zu setzen (iran/irak usw), weil die beiweitem weniger ansprüche stellen und auch leichter ausgenützt werden können.
So, Bewerbung nach Munkfors ist raus. Allerdings wird es doch etwas schwierig mit dem Schwedisch lernen, denn die Bewerbungsgespräche sind wohl schon im Mai und bis dahin werde ich wohl kaum auf B2 Niveau sein, zumal ich bis dahin ja vielleicht noch nicht mal meine mündliche Prüfung fürs Examen hatte. Und bei dem Bewerbungsgespräch soll ich leider auch eine Bescheininung über die "vorhandenen" Sprachkenntnisse mitbringen.Eigentlich schade, denn ich denke schon, dass es sehr gut zu schaffen wäre bei positiver Zusage in 3-4 Monaten Schwedisch zu lernen bevor man mit der Stelle anfängt. Ich kann natürlich die Leute verstehen, dass sie sich lieber nicht auf so etwas verlassen wollen.
Kennt ihr noch ähnliche Projekte wie in Munkfors? Munkfors basiert ja auch auf einem anderen Projekt, das letztes Jahr aber ausgelaufen ist.
Noch eine Frage, die ich so noch nicht beantwortet bekommen habe. Meint ihr, man wird bei diesem Projekt in Munkfors finanziell unterstützt? Oder ist es eher eine Art unbezahltes Praktikum?
So, habe gleich mal mein Schwedischbuch rausgesucht und lerne Vokabeln (auch wenn ich vielleicht eher Antibiotika auswendig lernen sollte im Hinblick auf das Examen).
du wirst angestellt und bezahlt, weiss aber nicht wie hoch der lohn ist. vielleicht auf AT-niveau? keine ahnung. leben wirst du auf jeden fall davon können.
Wer einen Arbeitsaufenthalt im Ausland plant, hat viele Fragen. In diesem Forum können Ärzte aus dem Ausland ihre Erfahrungen weitergeben und sich mit mit Ärzten in Deutschland austauschen.Wer einen Arbeitsaufenthalt im Ausland plant, hat viele Fragen. In diesem Forum können Ärzte aus dem Ausland ihre Erfahrungen weitergeben und sich mit mit Ärzten in Deutschland austauschen.