aber offenbar bedarf es in Ihren augen eines hochschulstudiums, um die hohe kunst des venflonsetzens, blutabnehmens, infusionsanhängens und kathetersetzens zu erlernen, damit in der notaufnahme des nächtens akut kranke patienten auf den einzigen arzt im hause warten müssen und eventuell deswegen versterben weil der assi offenbar "besseres" zu tun hat - und deswegen keine zeit für die echte arztarbeit hat.
abgesehen davon stehlen diese pflegerische tätigkeiten dem assi wertvolle ausbildungszeit, sodass er in seiner ausbildungszeit weniger lernt. somit haben wir in zukunft schlechter ausgebildete ärzte zu erwarten - nur weil die sog. "pflege" (der begriff beinhaltet nunmal sämtliche krankenschwester-tätigkeiten) ausser bettenmachen keine verantwortung übernehmen möchte.
na mahlzeit. damit stehen Sie aber in deutschland international ziemlich alleine da mit Ihrer ansicht: schauens mal nach skandinavien, USA, frankreich, GB usw. die liste ist lang. erzählen Sie dort mal einer krankenschwester dass sie kein blut abnehmen darf weil das ärztliche tätigkeit ist: die wird Sie für unzurechnungsfähig halten.
Jetzt reiten die "Pfleger" auf dem Begriff "Pflege" herum, dabei beinhaltet der Begriff wie du sagst auch die Krankenschwestern und deren Tätigkeitsprofil.
Ich habe nie verstanden dass Krankenschwestern das Blutabnehmen usw. als "niedere" Tätigkeiten ansehen. Ich habe das in Schweden mit Krankenschwestern diskutiert, die es für selbstverständlich halten dass sie und sogar die Hilfsschwestern (Pflegehelfer, also ohne Krankenschwesterausbildung) Blut abnehmen, Infusionen anhängen, EKGs schreiben usw.
Als ich ihnen erklärte dass sich ihre KollegInnen in D weigern dies zu tun und der Arzt es selbst machen muss, haben sie mich ausgelacht und ernsthaft gefragt ob dies eine Verarsche sei.
Sie haben mich gefragt, "was machen denn eigentlich Krankenschwestern in D?" Darauf konnte ich nur sagen, keine Ahnung, den Rest halt. Darauf sie, da bleibt ja nimmer viel übrig ausser Essen verteilen und Bettenmachen.
Und genau das verstehe ich wieder nicht: Das ist schliesslich der Unterschied zwischen Krankenschwester und Pflegehelfer: der Pflegehelfer ist nunmal noch eine Stufe "unter" der Krankenschwester und sozusagen deren "Handlanger". Die Krankenschwester sollte doch froh und STOLZ sein, eine medizinisch höhere Position und Verantwortung zu tragen, indem sie eben selbst am Patienten manipuliert.
In D scheint jedoch die Berufsmoral der Krankenschwestern nicht besonders hoch zu sein, denn die geben sich nur mit pflegehelferischen Tätigkeiten ab und wollen NULL Verantwortung übernehmen.
Was ich nicht nur schäbig dem Assi gegenüber finde, sondern damit setzen die Krankenschwestern ihren eigenen Berufsstand noch eine Stufe weiter nach unten (!!!) und wundern sich dass sie als "Handlanger" verstanden werden.
NULL berufsmoral! NULL enthusiasmus und interesse am eigenen beruf! DAS ist das was ich nicht verstehe.
Gottseidank sehen es Krankenschwestern woanders von einer ganz anderen Perspektive, nämlich dass diese "arzthelferischen" Tätigkeiten in Wahrheit ja doch "höhere" Tätigkeiten sind die eben nicht jeder Strassenkehrer kann.
Was ich noch hinzufügen will: Die Arbeit im Team funktioniert in Schweden daher wesentlich besser, weil jeder seine Arbeit ernst nimmt und sein Tätigkeitsprofil kennt. Auch der Respekt vor den anderen Berufsgruppen ist da mehr vorhanden, und nicht zuletzt auch deswegen weil die spürbare Hierarchie flacher ist, trotz allem aber die Hierarchie nach den Tätigkeitsprofilen recht straff eingehalten wird, d.h. ein Arzt z.B. wird nie zum Blut abnehmen beordert.
Die Pflege sagt ganz klar wir machen nur Pflege und sonst nichts anderes. Alles andere wie Akten organisieren, Dokumentieren, Terminieren, Blut abnehmen, Infusionen hinhängen, etc sind diagnostische und medizinisch therapeutische Tätigkeiten und das macht eine Arzthelferin und die hat ja eine andere Ausbildung.
Betten machen, Erbrochenes aufputzen, sonstige Putz und Spülarbeiten, Essen austeilen, etc. sind Aufgaben der Stationshilfe oder auch der Stationsputzfrau manchmal auch der Pflegeschülerin und nicht der Pflege, denn die haben auch wieder eine eigene Ausbildung.
Was dann übrig bleibt ist rumhocken, organisieren, kontrollieren (man hat ja genug zum deligieren) Statistiken erfassen und im Qualitätsmanagement sich wichtig machen, wesentlich am Stationskonzept die Abläufe festlegen (der OA hat bezüglich der Prozessabläufe und des Stationskonzeptes bald nichts mehr zu husten) das ist Pflegeaufgabe!!!!
Wenn wir einen Diener wollen, den wir schickanieren möchten, müsste auf jeder Station eine Arzthelferin oder Stationssekretairin sitzen. Dass dem nicht so ist, ist unser Bier, wenn wir zu doof sind für uns so was durchzusetzen. Das interessiert die Pflege nicht!
Liebe Pflege: Rationalisiert euch nur schön weg. Irgendwann gibts dann nur noch Pflegediener, Stationshilfen, Arzthelferinnen, Stationssekretairinnen, etc und einen superschlauen Akademikerpfleger der sich mit dem Stationsarzt in unendlichen Konferenzen dumm und dämlich quatscht. Schöne aussichten für Deutschland! Ich bin schon weg!
Du sprichst mir (wie so oft) so herrlich aus der Seele! Dummquatschen in D, das ist es, was seit mehr als einem Jahrzehnt hier um sich greift. Ich nenne es auch Gehirnwäsche oder fortgesetzte Verblödung: Quer durch allen Berufe wabern Meetings, Konzepte, Projekte, Ist- und Soll-Analysen, Qualitätsmanagement, Projektsteuerung, -beauftragte und vieles mehr. Das meiste ist sinn- und geistlose Zeit- und Papierverschwendung, Ver- und Behinderung sinnvoller produktiver Arbeit, die nur noch an einzelnen hängt, die dafür aber keine Anerkennung, erst recht nicht pekuniärer Art bekommen. Denn, "echte Führungskompetenz" zeigt sich in Labern und Deligieren! Ich bin bald auch weg! Gruß Mabuse
Ärzteschaft im Umbruch: Die Ausbeutung der Arbeitskraft und die Überlastung insbesondere junger Ärztinnen und Ärzte hat das Deutsche Ärzteblatt in mehreren Beiträgen thematisiert. Auch auf dem 104. Deutschen Ärztetag in Ludwigshafen war es ein zentrales Thema. Der Druck dürfe nicht weiter von oben nach unten weitergereicht werden, hieß es. Dieses Forum soll den Ärzten als Plattform für den persönlichen Erfahrungsaustausch dienen. Wir bitten, dabei auf persönliche Verunglimpfungen und insbesondere auf Namensnennungen zu verzichten. Die Redaktion behält sich vor, derartige Beiträge zu entfernen