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Koalition erwägt Änderungen bei Zuzahlungen

Montag, 23. Januar 2006

Berlin - Die schwarz-rote Koalition überlegt, den Anstieg der Arzneimittelkosten mit Änderungen am Zuzahlungssystem einzudämmen. Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) begrüßte am Wochenende die Überlegung, Patienten von der Zuzahlung zu befreien, wenn sie sich für ein preiswertes Medikament gleicher Wirkung entscheiden. Auch SPD-Vize Elke Ferner zeigte sich offen für die Regelung. Zudem überlegt die Koalition nach Medienberichten, die umstrittene Bonus-Malus-Regelung zu lockern.

Diese Regelung solle weiter gefasst werden. Bislang ist geplant, dass Ärzte finanzielle Abschläge in Kauf nehmen müssen, wenn sie bestimmte durchschnittliche Therapiekosten um mehr als fünf Prozent überschreiten. Der Wert solle auf 10 bis 15 Prozent angehoben werden.

Außerdem werde darüber nachgedacht, im Entlassungsbericht des Krankenhauses für Patienten nicht das Medikament, sondern nur noch den Wirkstoff nennen zu lassen, berichtete die „Berliner Zeitung“. Grund sei, dass Krankenhäuser häufig teure Präparate nutzten, weil sie diese von der Pharmaindustrie sehr günstig bekämen. Nach der Entlassung aus der Klinik hätten dann die weiterbehandelnden niedergelassenen Ärzte Probleme, die Patienten auf preisgünstige Nachahmerpräparate umzustellen.

Liegt der Preis eines verordneten Arzneimittels mindestens 20 Prozent unter dem Höchstbetrag, den die Krankenkassen erstatten, soll zudem die Zuzahlung durch den Patienten entfallen. Damit könne der Patient mindestens fünf und maximal zehn Euro sparen. Das Modell solle voraussichtlich zunächst in einer Testregion ausprobiert werden, hieß es. Hintergrund seien Befürchtungen, die Einnahmeausfälle für die Kassen könnten größer als die Einsparungen sein.

Kauder bezeichnete den Vorschlag als „sehr interessant“. Der Patient könne so entscheiden, ob er ein teures Medikament nimmt und zuzahlt oder ein günstiges ohne Zuzahlung. Der Unions-Fraktionschef kritisierte zugleich die geplante Bonus-Malus-Regelung. Wenn Ärzte für das Verschreiben teurer Medikamente weniger Honorar erhielten, könnte beim Patient der Eindruck aufkommen, „der Arzt verordnet mir nicht mehr die richtige Medizin, nur um sein Einkommen aufzubessern“, warnte Kauder.

SPD-Vize Ferner will den Vorschlag zu den Medikamentenzuzahlungen prüfen lassen. „Wenn es belastbare Rechnungen gibt, die einen Spareffekt belegen, bin ich für eine solche Regelung offen“, sagte sie. /ddp

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