Ärzteproteste: Praxen im Norden des Landes streiken weiter
Dienstag, 24. Januar 2006
Bad Segeberg – Die Protestwelle der Ärzte gegen die derzeitigen Bedingungen im Gesundheitswesen hat den Norden des Landes erreicht. Am 23. Januar blieben etwa 90 Prozent der Praxen im Kreis Schleswig-Flensburg, 55 Prozent im Kreis Nordfriesland und circa 35 Prozent in der Stadt Flensburg geschlossen, gab die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein am selben Tag bekannt. Am 25. Januar erhöhe sich die Protestquote noch weiter, sagte der Kreisstellenvorsitzende aus Nordfriesland, Dr. Thomas Maurer.
„Insbesondere bei den Landärzten ist die Protestbereitschaft gegen die geplanten Gesetze aus Berlin sehr groß, daher vielleicht die sehr gute Resonanz in den ländlichen Kreisen“, vermuten Maurer und sein Kollege aus Schleswig-Flensburg, Dr. Hans-Joachim Commentz. Beide wiesen darauf hin, dass sich viele Ärzte zusätzlich sich zu den Protesten versammelt hätten. Einige Teilnehmer hätten sogar weitere Schritte bis hin zur Rückgabe der Kassenzulassung befürwortet, berichtete Dr. Wolfgang Barchasch, Kreisstellenvorsitzender aus Flensburg.
Nach Angaben der KV werden zunächst am 24. Januar Praxen in Kiel, Neumünster und den Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde schließen, am 25. zögen Praxen aus den Kreisen Segeberg, Steinburg, Pinneberg und Dithmarschen nach. Am 26. folgten dann Praxen aus Ostholstein, Lübeck, Lauenburg und Stormarn. /EB
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