Europaabgeordnete ziehen Konsequenzen aus Klon-Skandal
Mittwoch, 25. Januar 2006
Brüssel – Der Frauenausschuss des Europäischen Parlaments (EP) hat Konsequenzen aus dem Klon-Skandal um den südkoreanischen Forscher Hwang gezogen. In einer Stellungnahme sprachen sich die Abgeordneten mehrheitlich dafür aus, die verbrauchende Embryonenforschung, die Forschung mit embryonalen Stammzellen und jegliche Form des Klonens von Menschen von der Forschungsförderung durch die Europäische Union (EU) auszunehmen.
Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Bioethik der größten Fraktion im EP, der CDU-Abgeordnete Dr. Peter Liese, begrüßte das Votum: „Durch den Hwang-Skandal sind nicht nur die völlig ungerechtfertigten Erwartungen in die embryonale Stammzellforschung relativiert worden. Es ist auch deutlich zutage getreten, dass die Forschung an menschlichen Embryonen und Stammzellen die Gefahr mit sich bringt, Frauen als Eizellspenderinnen auszubeuten.“ Liese plädierte dennoch eindringlich dafür, die Biotechnologie und Stammzellforschung durch den Skandal nicht grundsätzlich zu diskreditieren.
Das Votum des Frauenausschusses spiegelt allerdings nur das Meinungsbild eines Teils der Abgeordneten wider. Bislang wird das Thema Förderung der embryonalen Stammzellforschung und der verbrauchenden Embryonenforschung sowohl innerhalb des Parlaments als auch im Ministerrat äußerst kontrovers diskutiert. Beide Gremien müssen im Rahmen des Mitentscheidungsverfahrens noch über diese Frage abstimmen. /ps
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