Berlin - Die FDP hat sich für einen verstärkten Einsatz der grünen Gentechnik in Deutschland ausgesprochen. Die Bundesrepublik müsse als rohstoffarmes Hochlohnland auf Innovationen setzen, schreibt die Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion für nachwachsende Rohstoffe, Christel Happach-Kasan, in einem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Brief an den Babynahrungshersteller Claus Hipp.
Hipp hatte am 24. Januar im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) erklärt, grüne Gentechnik bedeute einen „Eingriff in die Schöpfungsordnung“ und eine Gefahr für die kommende Generation. Weder seien größere Erträge noch niedrigere Lebensmittelpreise zu erwarten. Der Unternehmer will nach eigenen Worten auch in Zukunft nur gentechnikfreie Babynahrung produzieren. Falls er dazu keine geeigneten Rohstoffe in Deutschland mehr bekomme, werde er sie aus anderen Ländern importieren. Mit dieser Ankündigung reagierte auch Hipp auf Pläne von Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU), grüne Gentechnik in Deutschland stärker zu nutzen.
Happach-Kasan erklärte dazu, seit Jahrhunderten habe der Mensch durch Selektion und Züchtung in die Natur eingegriffen und neue Sorten und Arten entwickelt. „Ich kann nicht nachvollziehen, dass das eine Verfahren als Eingriff in die Schöpfungsordnung bewertet wird und das andere nicht“, sagte sie mit Blick auf gentechnisch veränderte Pflanzen. Auch der von Hipp befürchtete Pollenflug zwischen benachbarten Feldern sei wegen der festgelegten Regeln kein Sicherheitsproblem. Landwirte sollten Entscheidungsfreiheit haben, auf ihren Feldern die Sorten anzubauen, die sie als besonders geeignet ansehen. /kna
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