Marburger Bund beruft sich auf Faktenpapier zur Situation der Krankenhausärzte
Freitag, 27. Januar 2006
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| dpa |
Berlin - „Vom Traumjob zum Jobtrauma“ heißt ein Faktenpapier der Klinikärzte-Gewerkschaft Marburger Bund (MB) über die Arbeitsbedingungen von Krankenhausärzten. „Die Arbeitsbedingungen der 146.000 Krankenhausärzte haben sich in Deutschland in den vergangenen Jahren massiv verschlechtert. Überlange Arbeitszeiten, Kürzungen der Einkommen, kurzzeitig befristete Arbeitsverträge und explodierende Bürokratie sind nur die wichtigsten Ursachen, weshalb sich der Arztberuf vom Traumjob zum Jobtrauma gewandelt hat“, heißt es in dem Papier.
Mittlerweile würde jeder dritte Krankenhausarzt seinen Beruf nicht mehr ergreifen. Der MB kritisiert in dem siebenseitigen Papier unter anderem überlange Arbeitszeiten, eine massive Arbeitsverdichtung und eine schlechte Bezahlung der Ärzte. „In einer Neiddebatte (…) wird versucht, die Einkommensforderung der Klinikärzte als überzogen darzustellen, indem Vergleiche mit anderen Berufsgruppen angestellt werden“, heißt es in dem Papier.
Allzu gerne verschwiegen die Kritiker der Ärzteschaft jedoch, dass gerade Vergleiche des Arztberufes mit anderen Erwerbstätigen so gut wie gar nicht möglich seien, da es praktisch keine andere Akademikergruppe in Deutschland gebe, die wie Klinikärzte in einer der verantwortungsvollsten Tätigkeiten gegenüber Menschen Rufbereitschaft, Bereitschaftsdienste und millionenfach unvergütete Überstunden zu leisten habe.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat unterdessen ihre Kritik an der Darstellung des MB bekräftigt: „Klinikärzte im öffentlichen Dienst erzielen im Durchschnitt ein monatliches Nettoeinkommen von 3.093 Euro. Im Vergleich dazu
verdienen sonstige Akademiker im öffentlichen Dienst 2.552 Euro“, erklärte DKG-Präsident Dr. Rudolf Kösters. Er verwies auf ein Gutachten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Danach lag das Einkommensniveau aller Klinikärzte um 21,2 Prozent über dem der übrigen Akademiker im öffentlichen Dienst. Die wöchentliche Arbeitszeit der Krankenhausärzte lag mit durchschnittlich 46,1 Stunden 13,3 Prozent über der anderer Akademiker, die 40,7 Stunden arbeiteten. „Die Einkommen der Klinikärzte lagen danach sowohl absolut als auch pro Stunde deutlich über dem Niveau der anderen Akademiker im öffentlichen Dienst“, so Kösters. /hil
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