Gewichtsabnahme bessert Harninkontinenz bei Diabetikerinnen
Montag, 30. Januar 2006
Rockville/Maryland - Eine Änderung des Lebensstils kann nicht nur einem Typ-2-Diabetes mellitus vorbeugen. Nach einer neuen Auswertung der Diabetes Prevention Study in Diabetes Care (2006: 29: 385-390) wird auch ein Viertel aller Stress-Inkontinenzen der Harnblase verhindert.
Die im Jahr 1995 begonnene Diabetes Prevention Study gehört zu den wichtigsten Studien der Diabetologie der letzten Jahrzehnte. An der Studie hatten 3.234 übergewichtige Personen mit einer gestörten oralen Glucosetoleranz („Prädiabetes“) teilgenommen. Sie wurden einer „Lifestyle“-Beratung unterzogen mit dem Ziel, das Körpergewicht zu reduzieren und die körperliche Aktivität zu steigern. Die 2002 publizierten Ergebnisse zeigten, dass eine Gewichtsreduktion um fünf bis sieben Prozent sowie 30 Minuten forcierter Spaziergänge an fünf Tagen in der Woche die Rate der Diabeteserkrankungen um mehr als die Hälfte senkt. Die präventive Wirkung war besser als nach einer Behandlung mit dem oralen Antidiabetikum Metformin.
Der aktive Lebensstil hat jedoch noch in anderer Hinsicht Vorteil. Nach den jetzt von Jeanette Brown von der Universität von Kalifornien in San Francisco und Mitgliedern vorgelegten Studie sinkt auch die Rate der Stressinkontinenzen, die ebenfalls zu den Folgen eines bewegungsarmen Lebensstils mit Adipositas gehört. Beides schwächt die Muskulatur im Beckenbodenbereich, was schließlich die Kompetenz des Blasensphinkters in Mitleidenschaft zieht, sodass Husten, Niesen oder andere plötzliche körperliche Bewegungen zum Malheur führen.
Diese Stressinkontinenz trat im Placebo-Arm bei 37 Prozent der Teilnehmerinnen auf gegenüber 40 Prozent im Metformin-Arm der Diabetes Prevention Study. Im Studien-Arm mit einem aktiven Lebensstil trat die Stressinkontinenz nur bei 31 Prozent der Teilnehmerinnen auf, also zu einem Viertel seltener als in den beiden anderen Studien-Armen. Gegen die Urge-Inkontinenz, dem plötzlichen imperativen Harndrang ohne äußeren Anlass, scheint der aktive Lebensstil nicht zu schützen. Die Urge-Inkontinenz wird aber, so die Autoren, nicht auf eine muskuläre Störung zurückgeführt, sondern auf eine Überaktivität der die Blasenentleerung steuernden Nerven. /rme
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