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Heilbäder- und Kurortverbände kritisieren Auslandsmarketing von Krankenkassen

Dienstag, 31. Januar 2006

Berlin – Der Deutsche Heilbäderverband (DHV) und der Verband der Kurbeherbergungsbetriebe Deutschlands (VdKB) werfen einzelnen Krankenkassen ein „aggressives Marketing für Auslandskuren“ vor. Dies wirke sich negativ auf die Zahl deutscher Kur- und Heilbädergäste aus, kritisierte DHV-Präsident Prof. Dr. Manfred Steinbach am Dienstag in Berlin. Auch die gesetzlich vorgeschriebenen Qualitätsansprüche, die an deutsche Anbieter gestellt werden, sieht Steinbach bei Auslandskuren gefährdet.

Der DHV-Präsident räumte zwar ein, dass es sich derzeit nur um Angebote einzelner Krankenkassen handele. „Es ist jedoch zu befürchten, dass bisher zurückhaltendere Versicherer aus Wettbewerbsgründen nachziehen werden“, sagte Steinbach. DHV-Hauptgeschäftsführer Bodo Scholz untermalte die Angst der Verbände mit Zahlen: wurden Anfang der 90er-Jahre noch 800.000 Kurmaßnahmen bewilligt, waren es 2004 nur noch 147.000, 22,8 Prozent weniger als noch 2003. Der DHV geht davon aus, dass an die 30.000 Kuren nicht auf innerdeutsche Maßnahmen abgerechnet worden sind.

Steinbach bemängelte darüber hinaus die Art der Werbung. Im Wettbewerb um Kassenmitglieder läsen sich „Kuranzeigen wie Schnäppchen, die den Urlauber anregen, für seine Reisen nun auch noch Geld der Solidargemeinschaft einzustreichen“, lautete seine Kritik. Der Verband rechnet damit, dass Kassen künftig auch beliebte Urlaubszeile an der Peripherie Europas als Kurziele anbieten. Dagegen spreche fachlich, dass sich gesundheitsfördernde Verhaltensweisen, die in exotischen Urlaubsgegenden erlernt worden sind, kaum in den häuslichen Alltag integrieren lassen. 

Sollte sich die von den Verbänden als „Kurexport“ bezeichnete Entwicklung fortsetzen, rechnen DHV und VdKB mit einem Missbrauch der kurrelevanten Gesetzgebung. Leidtragender sei die Solidargemeinschaft. /MM

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