Kosten für Arzneimittel nahmen bei der GEK um 17 Prozent zu
Mittwoch, 1. Februar 2006
Berlin - Im Jahr 2005 sind die Kosten für Arzneimittel bei der Gmünder Ersatzkasse (GEK) um 17 Prozent gestiegen. Verantwortlich für die Zunahme der Arzneimittelkosten seien vor allem die Rabattabsenkung bei den Herstellern und Apotheken, sowie die Verordnung von unnötig teueren Medikamenten, so Dieter Hebel, Vorstandsvorsitzender der GEK.
Zugleich griff Hebel die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen an: „Wer als Zielgröße zunächst 5,8 Prozent Ausgabenwachstum vereinbart und dann 17 Prozent erreicht, muss mangelnden Realitätssinn und das eigene Scheitern eingestehen“, so Hebel vor Journalisten in Berlin. Damit stellte sich der GEK-Vorsitzende zugleich hinter Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), die der Selbstverwaltung von Ärzten und Krankenkassen bereits Ende letzten Jahres Versagen in dieser Sache vorgeworfen hatte.
Der Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, Peter Einhell, relativierte die Rolle der verschreibenden Ärzte bei der Vorstellung der GEK-Zahlen: „Die Kostensenkung bei den Arzneimitteln wird den Ärzten von vielen Seiten schwer gemacht“. Erst nach einem halben Jahr sehe der einzelne Arzt, was er seinen Patienten verordnet hat. Dadurch sei die Steuerungsmöglichkeit sehr eingeschränkt.
Um die Kosten für Arzneimittel zu senken, forderte Einhell die Möglichkeiten des Pharmamarketings zu begrenzen und eine Arzneimittelpositivliste einzuführen. „Man muss sich davon verabschieden, dass die Ärzte alles verordnen können, was auf dem Markt ist“, so Einhell. /TB
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