Kölner Krankenpfleger unter Tötungsverdacht
Montag, 6. Februar 2006
Köln - Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen einen Krankenpfleger wegen des Verdachts der Tötung schwerstkranker Patienten. Das Verfahren sei nach Hinweisen der Klinikleitung eingeleitet worden, teilte die Behörde am Montag mit. Es bestehe der Verdacht, dass der auf einer Isolierstation für Schwerstkranke arbeitende 29-Jährige Patienten mit
Kaliumchlorid zu Tode gespritzt habe. Um wie viele Fälle es sich handeln könne, stehe aber noch nicht fest. Der Krankenpfleger sei derzeit vom Dienst freigestellt.
Bereits im August 2005 sei ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann eingeleitet worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Klinikleitung sei von mehreren Mitarbeitern der Station auf eine unerklärliche Häufung von Todesfällen während der Dienstzeiten des Beschuldigten aufmerksam gemacht worden. Auch soll der Pfleger geäußert haben, man könne mit einer Kaliumchloridlösung Menschen umbringen, ohne dass das Medikament bei einer Obduktion nachgewiesen werden könne.
Inzwischen seien Krankenakten ausgewertet und eine Leiche untersucht worden, hieß es. Der Beschuldigte bestreite die Vorwürfe. Gegen ihn besteht laut Behörde zwar weiterhin ein Anfangsverdacht. Die Hinweise reichten aber nicht für einen Haftbefehl aus. So könne eine Tötung durch Kaliumchlorid nur mit Schwierigkeiten von Rechtsmedizinern nachgewiesen werden. /afp
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