Niederländischer „Sterbe-Tourismus“ in die Schweiz
Montag, 6. Februar 2006
Den Haag - Obwohl in den Niederlanden Selbsttötung unter bestimmten Voraussetzungen legal ist, reisen einem Pressebericht zufolge immer mehr Niederländer in eine „Selbstmordklinik“ in der Schweiz. In den vergangenen drei Jahren sei die Zahl der Niederländer, die mit der Züricher Klinik „Euthanasieverträge“ abschlossen, von zwei auf 150 gestiegen, meldete die Tageszeitung „Algemeen Dagblad“ vom Montag unter Berufung auf Klinikangaben.
Niederländische Ärzte seien zunehmend zurückhaltend, wenn sie von unheilbar Kranken mit unerträglichen Schmerzen um Hilfe zur Beendigung des Lebens gebeten werden, zitiert das Blatt Experten. Sie nutzten eher die Möglichkeit, die Schmerzen der Kranken durch palliative Sedierung zu lindern. Eine zunehmende Zahl von Niederländern traue dieser Behandlung jedoch nicht und zahle lieber der Schweizer Klinik jährliche Beträge, damit sie dort auf Wunsch Hilfe zur Selbsttötung erhalten.
Sterbehilfe ist in den Niederlanden seit April 2002 dann erlaubt, wenn ein Patient unerträglich leidet, unheilbar krank ist und ausdrücklich darum gebeten hat. Der Arzt muss einen Kollegen zur Mitentscheidung einschalten. /kna
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