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Heidelberger Wissenschaftler entwickeln HPV-Schnelltest

Dienstag, 7. Februar 2006

Heidelberg – Ein schnelles Nachweisverfahren für Humane Papillomviren (HPV) haben Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) Heidelberg um Markus Schmitt entwickelt. Sie publizierten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Journal of Clinical Microbiology (2006; 44(2):504-512).

Die Infektion mit HPV ist der wichtigste bekannte Risikofaktor für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Aber nicht alle Virustypen stellen eine gesundheitliche Bedrohung dar. „Man unterscheidet zwischen Hochrisiko-Viren und harmloseren Verwandten. Es existieren bereits Nachweisverfahren, mit denen prinzipiell eine präzise Typisierung des Erregers vorgenommen werden kann. Allerdings eignen sich bisherige Methoden nur bedingt für den Einsatz in großem Maßstab“, hieß es aus der Arbeitsgruppe.

Für den Test isolierten die Heidelberger Wissenschaftler zunächst das Viruserbgut aus einer Gewebeprobe, vervielfältigten und markierten es. Das angereicherte DNS-Material vermischten sie anschließend mit unterschiedlichen so genannten Sonden. Dies sind kleine DNS-Abschnitte, die jeweils charakteristisch für einen bestimmten Virus-Typ sind. Handelt es sich bei der untersuchten Virus-DNS und der Sonde um identische DNS-Sequenzen, lagern sie sich aneinander an. Die Sonden wiederum sind an winzige, unterschiedlich gefärbte Kunststoffkügelchen gekoppelt, wobei jede Sondenart an Kügelchen mit der gleichen Farbe hängt. Ein Lesegerät misst die Menge der angedockten Virus-DNS auf den Kügelchen. Sie verraten dabei durch ihre charakteristische Farbe, welche Virus-DNS in der Probe vorhanden war.

Schmitt und seine Kollegen entwickelten 22 hochempfindliche Sonden, die auch eine Unterscheidung von HPV-Typen ermöglichen, deren Erbgut nur sehr geringfügig voneinander abweicht. Nach Angaben der Arbeitsgruppe steht das neue Verfahren den bisherigen, aufwendigeren Untersuchungen in nichts nach. Es sei sogar empfindlicher und wenig fehleranfällig. Der Test eigne sich daher für groß angelegte Bevölkerungsstudien, die Verbreitung, Vielfalt und Infektionsverhalten der Krebs auslösenden Viren untersuchten. Zudem könne das Nachweisverfahren in klinischen Untersuchungen dazu beitragen, die Wirksamkeit einer Impfung gegen das Virus besser zu beurteilen. /hil 

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