Großbritannien: Dritter Fall einer transfusionsbedingten vCJD
Freitag, 10. Februar 2006
London - In Großbritannien ist erneut eine Erkrankung an der Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD) aufgetreten, die mit einer Bluttransfusion assoziiert ist. Die Health Protection Agency teilte mit, der Patient habe 8 Jahre nach dem Empfang einer kontaminierten Bluttransfusion Symptome der Erkrankung entwickelt. Der Spender war 20 Monate nach der Blutspende an vCJD gestorben.
Damit erhöht sich die Zahl der höchstwahrscheinlich transfusionsbedingten Erkrankungen auf drei aus einer Gruppe von 30 bekannten Empfängern kontaminierter Bluttransfusionen. Sie waren in einer Suchaktion ermittelt worden, die nach dem ersten Fall im Jahr 2003 ausgelöst wurde (Lancet 2004; 363: 417–21). Eine zweite Erkrankung war im August 2004 bekannt geworden (Lancet 2004; 364: 477). Damit war klar, dass es sich nicht um Einzelfälle handeln konnte. Der Leiter der HPA, Peter Borriello, sagte, Bluttransfusionen seien offenbar ein relativ „sicherer“ Übertragungsweg von vCJD.
Die HPA betonte, dass alle drei Patienten Bluttransfusionen erhalten hatten. Dabei werden labile Blutkomponenten wie Erythrozyten, Thrombozyten oder Blutplasma (fresh frozen plasma) übertragen. Das Material eines Spenders gelangt nur an einen oder wenige Empfänger.
Ganz anders wäre die Situation, wenn die Erkrankung durch infizierte Plasmaprodukte (zum Beispiel.Gerinnungsfaktoren) übertragen würde. Diese werden aus so genannten Plasmapools hergestellt, in die häufig mehrere Tausend Spenden einfließen. Die Produkte werden speziellen Inaktivierungsschritten unterzogen, die eine Übertragung von Viren und anderen Krankheitserregern verhindern. Sollte vCJD durch diese Lücke schlüpfen, hätte dies gravierende Konsequenzen. Hierfür gibt es keinerlei Hinweise.
Zum einen ist die Gesamtzahl aller vCJD-Erkrankungen mit bisher 159 Patienten (Stand 6.2.2006) weit hinter den Befürchtungen zurückgeblieben. Außerdem setzt Großbritannien als Vorsichtsmaßnahme seit Juli 1998 keine Plasmaprodukte aus landeseigener Herkunft mehr ein. /rme
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