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Warum Malariamittel beim Lupus erythematodes wirken

Montag, 13. Februar 2006

Oviedo/Spanien - Ob eine Behandlung mit den Malariamitteln Choroquin oder Hydroxychloroquin beim systemischen Lupus erythematodes (SLE) wirksam ist, ist weitgehend in den Genen festgelegt. Eine Studie in Arthritis Research & Therapy (2006; 8: R42) zeigt zudem, dass die besten Ergebnisse bei Patienten mit hohen Konzentrationen des Tumornekrosefaktors (TNF) alpha vor Therapiebeginn erzielt werden.

Choroquin und Hydroxychloroquin gehören als so genannte DMARD (Disease Modifying Anti-Rheumatic Drugs) zur Basistherapie von Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder SLE. Der genaue Wirkungsmechanismus der Malariamittel war bisher ebenso unklar, wie die von Patient zu Patient sehr variable Wirkung unvorsehbar ist. Bei einigen Patienten schlagen die Malariamittel sehr gut an, während bei anderen kein Effekt erzielt wird. Patricia Lopez von der Universität Oviedo und Mitarbeiter sind der Wirkung in einer Fall-Kontroll-Studie nachgegangen, wobei sie sich für die Konzentration der Zytokine TNFalpha und Interleukin-10 interessierten, denen in der Pathogenese der SLE eine zentrale Rolle zugeschrieben wird. 

Die 171 untersuchten SLE-Patienten hatten deutlich niedrigere TNFalpha-Konzentrationen als die gesunden Kontrollen (33,57pg/ml versus 19,66 pg/ml). Wenn die Patienten allerdings in den vorangegangenen drei Monaten erfolgreich mit den Malariamitteln Choroquin und Hydroxychloroquin behandelt worden waren, waren bei ihnen die TNFalpha-Konzentrationen auf das Niveau von Gesunden abgesunken (16,64 pg/ml). Für die Autoren ein klarer Hinweis darauf, dass die Medikamente einen Einfluss auf die Freisetzung dieses proinflammatorischen Zytokins hatten. Besonders hohe TNFalpha-Konzentrationen (60,78 pg/ml) fanden die Autoren bei Patienten, die nicht mit den Malariamedikamenten behandelt worden waren.

Hinsichtlich der TNFalpha-Konzentrationen gibt es bei Patienten mit SLE große Schwankungen, die genetisch bedingt sind. Die Autoren können nachweisen, dass Patienten mit bestimmten genetischen Varianten (Polymorphismen) in den Genen für TNF-alpha und Interleukin-10 besser auf die Therapie mit Malariamitteln ansprechen als Patienten mit anderen Polymorphismen. Interleukin-10 ist im Entzündungsgeschehen ein Gegenspieler von TNF-alpha. Folglich sprechen niedrige Interleukin-10-Spiegel für eine gute Wirkung. Interessanterweise haben andere Studien gezeigt, dass hohe Interleukin-10-Spiegel auch bei der Malariabehandlung die Wirksamkeit von Choroquin und Hydroxychloroquin behindern. /rme

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