Ausland

US-Akademie der Wissenschaft will Stammzellforschung überwachen

Donnerstag, 16. Februar 2006

Washington - In den USA soll ein neues, unabhängiges Kontrollgremium zur Überwachung von Stammzellforschung entstehen. Wie die „New York Times“ am Donnerstag berichtete, wolle die Akademie der Wissenschaften damit eine Lücke in der nationalen Wissenschaftsaufsicht schließen. In den USA ist die Verwendung von embryonalen Stammzellen derzeit auf Stammzelllinien beschränkt, die vor dem 9. August 2001 entstanden sind. Die zuständige Gesundheitsbehörde hat aber keine weiteren, detaillierten ethischen Richtlinien formuliert.

Fragen der biologischen Forschung werden in den USA grundsätzlich von der nationalen Gesundheitsbehörde behandelt. Diese Bundesagentur finanziert beispielsweise die große Mehrheit der biomedizinischen Forschungen. Die Behörde ist aber nicht als Ethikkommission angelegt. Daher hatten sich Forschende immer häufiger mit Ethikfragen an die unabhängige Wissenschaftsakademie gewandt.

In ihrem neuen Ausschuss sollen dem Bericht zufolge keine Wissenschaftler vertreten sein dürfen, die selbst mit Stammzellen arbeiten. Dies solle mögliche Interessenskonflikte vermeiden. Auch die Finanzierung müsse regierungsunabhängig bleiben. Das Kontrollgremium soll sich aus privaten Sponsorengeldern speisen. 

Kritiker befürchten allerdings, dass sich die Akademie nur schwer des politischen Drucks durch die Regierung entziehen kann. Ein Mitglied der Akademie, Frances Sharples, versicherte hingegen, dass das Weiße Haus mit seiner ablehnenden Haltung zur Stammzellforschung keinerlei Einfluss auf den Ausschuss oder seine Regeln ausübe oder ausüben werde.

Im vergangenen April veröffentlichte die Akademie Richtlinien zur Selbstverpflichtung in der Stammzellforschung. Sie empfahl damals den Universitäten des Landes, eigene Ausschüsse zur Beratung der Forschenden einzurichten. Das neue Komitee der Wissenschaftsakademie soll als ständige Einrichtung ethische Richtlinien fortlaufend aktualisieren und dem Stand der Forschung anpassen. /kna

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