Schmidt fordert von Ländern mehr Medikamente gegen Grippe-Pandemie
Montag, 20. Februar 2006
Berlin - Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat die Länder aufgefordert, mehr Medikamente zur Eindämmung einer möglichen Grippe-Pandemie bereitzustellen. Von antiviralen Mitteln wie Tamiflu müsse ein Vorrat für 20 Prozent der Bevölkerung geschaffen werden, sagte Schmidt am Sonntag der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“.
Darauf hatten sich die Länder nach Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Weltgesundheitsorganisation WHO geeinigt. Der Präsident des RKI, Reinhard Kurth, zeigte sich in der ARD verärgert, dass bestimmte Länder eine wissenschaftliche Rechtfertigung suchten, um nicht genug Mittel vorhalten zu müssen. Grund seien allerdings allein „die Finanznöte der Länder“.
Zuvor hatte Schmidt eine Krisenkonferenz der Länder zur Vogelgrippe gefordert. Dabei soll aus Sicht der Ministerin der Schutz der Bevölkerung vor einer möglichen Pandemie im Zentrum stehen. Die Länder sollen demnach klären, welche Krankenhäuser im Fall einer Übertragung des gefährlichen Vogelgrippevirus H5N1 auf den Menschen Nothilfe leisten könnten. Zudem müsse es um die Alarm- und Meldekette bis hin zu den Kommunen gehen, sagte ein Sprecher Schmidts in Berlin. /ddp
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