Seehofer mahnt konsequentes Vorgehen gegen Vogelgrippe an
Dienstag, 21. Februar 2006
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| Horst Seehofer /ddp |
Brüssel - Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) hat die Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Vogelgrippe wie den Einsatz der Bundeswahr und die Schlachtung von gefährdeten Nutztierbeständen verteidigt. „Tierschutz ist Menschenschutz“, sagte Seehofer am Montag am Rande des EU-Agrarrats in Brüssel. Daher müsse „besonnen, aber konsequent“ gegen die Tierseuche vorgegangen werden. Dazu gehöre auch, Geflügelbestände vorsorglich zu keulen, auch wenn es noch nicht zu einem Ausbruch der Vogelgrippe gekommen sei. Dies sei beispielsweise zu empfehlen, wenn wie auf Rügen inzwischen aufgestalltes Geflügel in den vergangenen Wochen Kontakt zu Schwänen gehabt haben könnte.
„Man muss nicht bis zum Ausbruch der Seuche warten“, sagte Seehofer. Die Behörden vor Ort ordneten Notschlachtungen an, da die Möglichkeit einer Infektion bestehe. Betroffene Betriebe könnten von der Tierseuchenkasse entschädigt werden. Auf Forderungen nach Entschädigungen für die ganze Branche aufgrund von Nachfragerückgang und Preisverfall ging Seehofer auch auf Nachfragen nicht ein: „Ich empfehle bei allem Verständnis der Betroffenheit der Halter jetzt erst einmal alles zu versuchen, die Seuche in den Griff zu bekommen.“ Mit der betroffenen Branche werde „zeitnah“ über das Thema Entschädigungsleistungen gesprochen.
Seehofer wiederholte seine Zurückhaltung gegenüber Plänen einzelner Regierungen, Impfprogramme durchzuführen. Wo solche Programme aufgelegt worden seien, hätten die EU-Staaten damit „keine guten Erfahrungen“ gemacht. Infektionen durch Wildvögel könnten aber auch auf lange Sicht nicht ausgeschlossen werden, so der Minister. Mithilfe von bislang nicht zur Verfügung stehenden „Marker-Impfstoffen“ könnten Impfungen „eines Tages“ eine Alternative zur Aufstallung des Geflügels sein. Marker-Impfstoffe helfen durch Tests zu
unterscheiden, ob Tiere durch eine Infektion oder aufgrund einer Impfung Antikörper gegen den Erreger entwickelt haben.
Über die von den Niederlanden und Frankreich vorgebrachten Impfpläne wird am Dienstag in Brüssel der EU-Ausschuss der nationalen Veterinärexperten beraten. Nach Angaben seines niederländischen Kollegen wolle die Regierung in Den Haag nur Heimtiere und Vögel in zoologischen Gärten impfen, sagte Seehofer. Die deutschen Vertreter im Veterinärausschuss würden dieses Vorhaben „konstruktiv“ beraten. /afp
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