Ausland

Huber Fordert Stichtagsregelung für EU

Dienstag, 28. Februar 2006

Wolfgang Huber /ddp

Brüssel - Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, befürwortet eine Stichtagsregelung bei der Förderung der Stammzellforschung mit Mitteln aus dem europäischen Haushalt. „Ein Modell nach deutschem Vorbild ist die einzige ethisch vertretbare Lösung“, sagte Huber bei einer Podiumsdiskussion in Brüssel. Allerdings solle die finanzielle Unterstützung vorrangig Forschungsprojekte mit adulten Stammzellen zugute kommen. 

Huber zufolge kann Forschung an embryonalen Stammzellen nur dazu dienen, Lücken im Grundlagenwissen zu schließen. Auch sei es notwendig, eine europaweit einheitliche Regelung zu finden. „Es kann nicht sein, dass bei einem derart wichtigen und sensiblen Thema auf Dauer unterschiedliche Maßstäbe in Europa herrschen“, erklärte Huber.

Das Europaparlament (EP) muss in Kürze darüber entscheiden, welche Forschungsvorhaben im Rahmen des im kommenden Jahr anlaufenden 7. Forschungsrahmenprogramms (7.FRP) mit Mittel der Europäischen Union (EU) finanziert werden sollen. Noch ist unklar, wie die Debatte ausgehen wird. Der Berichterstatter des EP für das Programm, der Pole Jerzy Buzek, glaubt allerdings nicht, dass sich die Abgeordneten mehrheitlich zu einer Stichtagsregelung durchringen werden. Die wahrscheinlichste Lösung sei ein Kompromiss, der die Förderung von Forschungsvorhaben an überzähligen Embryonen erlaubt, so Buzek.

Die Förderung der Stammzellforschung war bereits beim 6. FRP heftig umstritten. Aufgrund nach wie vor unterschiedlicher nationaler Regelungen in den 25 EU-Ländern – nur Großbritannien und Belgien erlauben embryonale Stammzellforschung uneingeschränkt, in den übrigen Staaten ist sie entweder gänzlich verboten oder stark eingeschränkt – sind auch bei der anstehenden Abstimmung Auseinandersetzungen zu erwarten.

Die EU-Kommission will indes an der geltenden Regelung festhalten, betonte der Kabinettschef von EU-Forschungskommissar Janez Potocnik, Dr. Peter Dröll. Bislang bezuschusst die EU nur Projekte, die in einzelnen Mitgliedsländern erlaubt sind. Für therapeutisches Klonen, die gezielte Herstellung von Embryonen zu Forschungszwecken oder Forschung, die auf eine Änderung des Erbguts abzielt, stellt die Gemeinschaft keine Mittel zur Verfügung.

Aufgrund dieses engen Rahmens seien seit 2002 bisher nur sechs Forschungsvorhaben an embryonalen Stammzellen von der EU unterstützt worden, fügte Dröll hinzu. Die Ausgaben hierfür beliefen sich auf insgesamt rund eine halbe Million Euro. Dröll machte deutlich, dass für ein Projekt nur dann Gelder fließen, wenn sowohl der europäische Ethikausschuss als auch ein entsprechendes nationales Gremium ihre Zustimmung gegeben haben. /ps

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