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Kassen erklären Einzelpraxis zum Auslaufmodell

Mittwoch, 1. März 2006

Osnabrück - Die Krankenkassen haben die niedergelassenen Ärzte angesichts des angekündigten weiteren nationalen Protesttages aufgefordert, nicht länger gegen „ebenso notwendige wie unausweichliche Realitäten zu demonstrieren“. In der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ von Mittwoch räumte der Vorstandschef der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK), Herbert Rebscher, zwar ein, dass Arztpraxen wegen der Öffnung des Systems zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerieten. Das mache aber zugleich deutlich, dass nicht der betriebswirtschaftlich besonders teuren ärztlichen Einzelpraxis, sondern kostengünstigeren und patientenfreundlicheren ärztlichen Kooperationsformen die Zukunft gehöre.

So hätten die 14 Ärzte des Hamburger UKE-Versorgungszentrums allein 2005 für ihr Klinikum 2,8 Millionen Euro nach Abzug aller Kosten und ihrer Arztgehälter ausschließlich aus ambulanten Honoraren erwirtschaften können. Vor allem in Ballungsgebieten dürften Einzelpraxen deshalb „ein Auslaufmodell“ sein. Im Übrigen müssten sich die niedergelassenen Ärzte entscheiden, ob sie weiterhin ein System diskreditieren wollten, das mehr Geld auch für die ärztliche Versorgung bereit stelle als jedes andere in Europa, betonte Rebscher.

Die Arzthonorare insgesamt seien sogar stärker gestiegen als die Grundlohnsumme der Versicherten. Aber allein seit 1992 habe die Zahl der Kassenärzte um gut 25 Prozent zugenommen, obwohl die Bevölkerungszahl stabil geblieben sei. Schon das mache deutlich, dass es nicht mehr möglich sei, jedem Arzt zu garantieren, dass er von einer Einzelpraxis gut leben könne. /ddp

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