Vogelgrippe auch in Niedersachsen - Sechs Bundesländer betroffen
Montag, 6. März 2006
Vogelgrippe: Sperrbezirk Mannheim /ddp
Hannover/Schwerin - Die Vogelgrippe hat sich am Wochenende weiter ausgebreitet. Nachdem bei einer toten Graugans in Niedersachsen das H5N1-Virus bestätigt wurde, sind nunmehr sechs Bundesländer von der Tierseuche betroffen. Unterdessen traten bundesweit zusätzliche Schutzbestimmungen in Kraft. Danach müssen sowohl in den Sperr- als auch in den Überwachungszonen im Umkreis von drei beziehungsweise zehn Kilometern um die Fundorte von infizierten Wildvögeln alle Hunde angeleint und Katzen im Haus gehalten werden. Zudem dürfen Geflügelställe innerhalb der Drei-Kilometer-Sperrzonen nur noch von Tierärzten und zuständigen Behördenmitarbeitern betreten werden.
Die Graugans war vor einer Woche nahe der Ortschaft Düshorn in der südlichen Lüneburger Heide gefunden worden. Ob es sich bei dem Virus um die aggressive Variante handelt, wird noch getestet. In Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Zahl der H5N1-infizierten Tiere auf 134 erhöht. Am Wochenende wurden weitere sieben Wildvögel ausnahmslos von der Insel Rügen positiv getestet. Bayern meldete den sechsten Fall. Bei Säugetieren beschränkt sich die Vogelgrippe weiterhin auf den in der vergangenen Woche gemeldeten Kater auf Rügen. Deutschlandweit sind jetzt 140 Vogelgrippefälle bei Wildvögeln bekannt.
Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) sieht in Mecklenburg-Vorpommern, wo die Vogelgrippe zuerst auftrat, den Höhepunkt der Seuche überschritten. Das Bundesland arbeitet unterdessen gemeinsam mit Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen an der Aufhebung des Verbots der Käfighennenhaltung, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Die Neufassung der so genannten Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung soll nach Angaben des „Spiegels“ am 7. April vom Bundesrat beschlossen werden. Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) soll intern bereits signalisiert haben, dass er kein Veto gegen die Kleinkäfige einlegen werde.
Seehofer schloss trotz des Vogelgrippe-Falls bei einer Wildente in der Großstadt Mannheim eine Gefährdung der Fußball-WM wegen der Seuche definitiv aus. „Da sehe ich nicht mal eine theoretische Gefahr“, sagte er. Unvermeidlich sei es aber, dass auch in Großstädten Sperr- und Beobachtungszonen eingerichtet würden. /ddp
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