Deutsche zweifeln an gleichbleibendem Leistungsstandard in der Gesundheitsversorgung
Freitag, 10. März 2006
Berlin - Die Deutschen betrachten die künftige Entwicklung im Gesundheitswesen mit Skepsis. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gesundheitsreport des Finanzdienstleisters MLP in Kooperation mit dem Institut für Demoskopie Allensbach. Der Umfrage zufolge zweifeln 65 Prozent der Bevölkerung daran, dass es der Politik gelingen wird, den heutigen Leistungsstandard auch künftig sicherzustellen, so Allensbach-Geschäftsführerin Prof. Dr. Renate Köcher bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin.
76 Prozent der Befragten gehen in Zukunft von steigenden Krankenversicherungsbeiträgen und erhöhten Medikamentenzuzahlungen aus. Darüber hinaus fürchten sich knapp 70 Prozent vor einer Entwicklung hin zu einer Zwei-Klassen-Medizin. Beinahe Zweidrittel gehen zudem davon aus, dass Ärzte in Zukunft aufgrund der an sie gestellten Anforderungen weniger Zeit für Patienten haben werden. Dabei zählt ein Großteil der Befragten Zeit und Menschlichkeit neben der fachlichen Kompetenz zu den wichtigsten Voraussetzungen, die ein Arzt zu erfüllen hat.
Der Studie zufolge wird die Qualität der Privaten Krankenversicherung hoch eingeschätzt. So gaben Zweidrittel an, sich als Privatversicherter besser abgesichert zu fühlen als als Kassenpatient. Wäre ein Wechsel möglich, würden ihn dennoch nur 15 Prozent vollziehen – aus Kostengründen, wie die Befragung herausfand. Das Interesse an Zusatzversicherungen ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren gestiegen: während sich 1997 nur 23 von 100 gesetzlich Versicherten vorstellen konnten, eine Zusatzpolice abzuschließen, sind es inzwischen 34 Prozent. /Dar
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